Archive for the ‘Alltägliches’ Category

BitCoins ausgeben mit der Wirex Debit Card

Motivation

Wer sich für BitCoins interessiert und auch mal probehalber welche auf z.B. bitcoin.de erworben hat, diese wie in BitCoins sicher speichern beschrieben verwahrt, fragt sich relativ schnell: „Wo kann ich damit einkaufen?“. Nach einer Weile finden sich dann schon Möglichkeiten wie Edeka Online aus Hamburg oder MS Points oder man schaut in meinem Post BitCoins in der Praxis nach. Doch so richtig praktisch ist das ganze nicht, da ich nicht einfach sagen kann: „Halt das ist doch woanders billiger da kaufe ich  doch lieber dort!“ Dort muss man dann aber wieder mit Fiat Währungen wie dem Euro bezahlen. Da wäre es doch gut wenn man eine Plastekarte hätte welche mit BitCoins aufzuladen geht und die sonst wie eine Prepaid Kreditkarte funktioniert und fast überall akzeptiert wird. Gibts!

Wirex Debit Card

Im Internet finden sich sehr viele Anbieter von BitCoin basierten Kreditkarten. Aus der Fülle gilt es auszuwählen und ich habe nicht sehr viel Zeit (also nur einen Tag) mit Recherche verbracht. Mir begegneten anonyme Visa und Mastercards welche von Zahlungsdienstleistern angeboten und beispielsweise mit einer Bank in Polen verbunden waren. Dort fand ich einen Passus – sorry aber wenn die Karte gesperrt ist bitte an die Bank wenden. Diese Art von Anbietern habe ich aussortiert. Vielleicht lohnt sich später mal ein erneuter Blick wenn ich etwas Erfahrung gesammelt habe. Von den vielen seriösen Anbietern habe ich mich für Wirex entschieden weil die Onlineseiten komplett in Deutsch gehalten waren. Das dürfte bei Problemen ein enormer Vorteil sein, weil ich davon ausgehe, dass der Support vermutlich auch deutsch spricht. 

Zunächst haben mich mal die Konditionen interessiert. Also kostenlos ist sie nicht – jeden Monat wird auf jeden Fall ein € fällig und Bargeldabhebungen am Automaten kosten Gebühren – egal fürs erste, ist ja nur zum Ausprobieren. Bei der Auswahl der Karte ist eine Kombination aus folgenden Entscheidungen zu treffen

  • Virtuell (Visa) oder Plastik (Mastercard)
  • Verifiziert (Paypal aufladbar und höhere Limits) oder Nicht Verifiziert (enge Limits)
  • Auszahlungswährung: €, $ oder £

Je nach Kombination gelten andere Regeln und Limits für die Karten. Dabei wichtig zu beachten, die virtuellen Karten sind praktisch nur im Internet einsetzbar – vermutlich erhält man nur Daten zu einer Kreditkarte – die nicht verifizierten haben knappe Limits und wirklich anonym sind sie alle nicht, da man sich am Portal registrieren muss und eine Anschrift für die Zustellung benötigt wird. 

Ich habe mich für die nicht verifizierte Version der Plastik Karte mit Auszahlungswährung Euro entschieden. Bei der Bestellung konnte ich den auf der Karte stehenden Namen frei wählen – davon habe ich Gebrauch gemacht und mir einen Phantasiename zugelegt. Unterschrieben habe ich auf der Rückseite mit meinem richtigen Namen und der Unterschrift wie sie auch auf meinem Personalausweis verzeichnet ist. Nun stimmt halt der Name auf der Karte nicht mit der Unterschrift überein. Ein kleiner Feldversuch wird zeigen wie sich das in der Praxis auswirkt.

Kleine Anmerkung noch warum ich das mit dem Namen gemacht habe. Ich finde es relativ doof wenn man an einer Kasse mit Karte bezahlt und hinterher der Verkäufer durch den halben Laden ruft „Einen schönen Tag noch Herr Schubert“. Persönliche Ansprache mag an anderer Stelle im Leben für Respekt stehen aber in der Öffentlichkeit steht diese Art eher für „Mir ist das Datenschutzgesetz Scheiß egal, ich sag trotzdem allen wie Sie heißen.“.

Noch eine kurze Anmerkung zur Karte. Pro Person dürfen maximal 6 Karten bestellt werden und zwar pro Kombination der Punkte oben exakt nur eine z.B. Plastic/Verifiziert/EUR = 1 Karte.

Einsatz in der Praxis

Als erstes habe ich bei Wirex einen Account erstellt. Obacht die ändern gerade ihr komplettes Corporate Design (vermutlich weil die Zieldomain vergeben war). Also immer schön lesen ob es sich um die richtige Firma handelt – sie haben mehrere Accounts e-coin.io und app.wirexapp.com etc. Die app.wirexapp.com scheint die neue Zieldomain zu sein – zumindest leiten die Anderen inzwischen dorthin.

Danach habe ich von meinem Trezor einige BitCoins auf die BitCoin Adresse meines Wirex Accounts überwiesen. Das ging recht zügig wie man das bei BitCoins halt gewöhnt ist. Ein paar Minuten später habe ich über den Account dann meine Debit Card gekauft. Nun vergingen ein paar Wochen und dann traf meine erste (selbst gewollte und nicht irgendwie von einer Bank hinterher geschmissene) und neue Kreditkarte bei mir ein 🙂 Das allein war ein erhebendes Gefühl weil darauf wirklich mein Phantasiename zu lesen ist. 

Jetzt habe ich im Internet nach Signaturgesetzt und Unterschrift etc. gesucht und recherchiert – ok etwas spät aber so war es 🙂 Denn mir war nicht klar wie ich unterschreiben soll: Mit meinem Namen oder mit dem Phantasienamen? Ich habe die Gesetze in Deutschland so interpretiert, dass ich immer wenn es um die Feststellung einer Identität geht mit dem Schriftzug vom Personalausweis unterschreiben muss um keine Urkundenfälschung zu begehen. Also hab ich das getan – mit meinem echten Namen unterschrieben. 

Versuch 1 – Laden der Karte 

Zunächst wollte ich die Karte mal aufladen. Das funktioniert über eine App im Handy oder auch über den Account der Webseite. In dem Moment in dem ich meine Karte mit BitCoins von meinem Wirex Account lade, werden die BitCoins zum aktuellen Wechselkurs verkauft und in die gewählte Fiat Währung (bei mir Euro) gewechselt. Also auf der Karte sind keine BitCoins mehr sonder nur noch Fiat Währung. Das kann sowohl Nachteil als auch Vorteil sein, weil man ja die Umwandlung von BitCoin zu Euro auch ganz bewußt abhängig vom Wechselkurs durchführen kann. Wenn man sich geschickt anstellt, nimmt man da noch einen kleinen Gewinn von wenigen Cents mit 🙂 

Das Laden der Karte habe ich zunächst vorsichtig mit einem Betrag von 11 € durchgeführt (10 € ist der Mindestbetrag zum Betanken der Karte). Danach nochmal mit 16 € und dann war auch schon das Limit erreicht – 2 mal am Tag ist aufladen erlaubt bei nicht verifizierten Karten, mehr geht nicht. Aber die 27 € reichen natürlich um mal zu testen ob der Geldautomat damit schon was anfangen kann. 

Die PIN der Karte

Um das aufgeladene Geld auch wieder verbrauchen zu können wird man wohl eine PIN eingeben oder eine Unterschrift leisten müssen. Daher habe ich mir die PIN per eMail zusenden lassen. Das finde ich ein echtes Manko der Karte. Erstens weil ich nicht wie ich das von anderen Karten (z.B. EC Karte) gewöhnt bin meine PIN selbst festlegen kann. Zweitens weil die PIN per eMail – also höchst unsicher – verschickt wird. Eine von mir bevorzugte Alternative wäre die Anzeige der PIN im Browser auf der Webseite nach erneuter Eingabe des Account Passwortes.  Nunja ist halt nicht so – sollte aber dringend so werden.

Versuch 2 – Auszahlung am ATM

Ein paar Häuser von meiner Wohnung entfernt befindet sich eine Commerzbank, da bin ich nach dem Aufladen der Karte gleich rein. Im Gepäck die Karte und die PIN und viel Hoffnung. Also Karte rein Auszahlung 20 €, PIN rein und läuft 🙂 Offensichtlich dauert es nicht lange bzw. gar keine Zeit bis die BitCoins auf der Karte als Euro wirklich verfügbar sind. 

Versuch 3 – Bezahlen an der Tanke

Es ist Feiertag und nix los an der Tanke also ideal um dort mal Bier zu holen (wir lernten bereit max. 4 Flaschen sind in Bayern erlaubt). Also hin zur Tanke und diesmal im Gepäck meine Debit Card, die PIN und meinen Personalausweis und Bargeld falls es Probleme gibt. Bier gekauft, Zahlung mit Karte, Karte rein, PIN rein – läuft 🙂 Der Name hat hier erstmal keinen interessiert 🙂

Versuch 4 – Zeitungsabo im Internet

Als nächstes habe ich ein Abo der DWN im Internet abgeschlossen. Nach der Eingabe aller Daten – also auch der Kartendaten – ploppte ein modaler Dialog hoch indem ich nochmals die Kartendaten eintragen sollte. Da es nach Cancel tatsächlich nicht weiterging hab ich diesen Dialog ausgefüllt und auf Weiter geklickt. Dann kam die 2. Seite vom Dialog auf der ich irgendwelche AGBs akzeptieren sollte und mich freuen sollte das dies alles kostenlos ist und ich sogar noch eine Sicherheitsnummer vergeben darf, die ich mir total wichtig merken soll und die ich vor allem gar nicht möchte. Das war dann der nächste Punkt an dem ich Cancel drückte. Der Dialog verschwand und oh Wunder, diesmal ging es weiter. Vermutlich irgendein „Sicherheitsfeature“ von MasterCard. Für mich zählt sowas aber zu Phishing und wird prinzipiell nicht bestätigt. Wie auch immer, es dauerte ein paar Tage und die Überweisung erschien in der App. Entweder erst so spät weil das Osterwochenende dazwischen lag und die erst abbuchen mussten oder aber halt weil die Abbuchung von der Zeitung einfach nicht sofort vorgenommen wird. Jedenfalls habe ich das Abo erfolgreich abschließen können. Alles was ich benötigte waren die Daten auf der Karte also Kartennummer, Halter, und Prüfziffern. 

Anschließend hab ich gemerkt, dass der BitCoin Kurs mal wieder schön hoch stand und hab gleich ein paar BitCoin  aus meinem Trezor auf den Wirex BTC Account überwiesen, dann auf die Debit Card transferiert und dabei zum guten Kurs in Euro getauscht 🙂 War ein schönes Gefühl 🙂

Versuch 4 – Einkauf im Norma

In meinem Wohnbezirk finden sich Einkaufsmöglichkeiten von Edeka, Netto, Norma und Marktkauf. Heute brauchte ich Katzenstreu aus dem Norma und das war eine gute Gelegenheit mal die Debit Karte zu erproben. Ging anstandslos wie mit einer EC Karte. PIN Aufforderung, PIN Eingabe und fertig. Die Display Ausschrift ist komischerweise immer in Englisch, liegt vermutlich daran, dass Wirex eine englische Firma ist. Bei der Tanke war auch schon alles in Englisch – ist ja gar nix für mich aber naja – muss man durch. 

Versuch 5 – ÖPNV Nürnberg 

Tickets lösen am VAG Automaten bisher kein Problem – PIN eingeben und erledigt. Die DB Automaten wollten die Karte allerdings nicht akzeptieren – sie bestanden auf EC Karte. Das finde ich besonders ironisch, da die Bahn im Zug keine EC Karte akzeptiert und ausdrücklich Kreditkarten verlangt – was ich gelinde gesagt als Frechheit empfinde, dass eine deutsche Firma mit 50% Staatsbeteiligung das EU eigene Bazahlsystem nicht akzeptiert und stattdessen auf US / Canadische Systeme setzt. Für die Bahn muss also jeder Bürger eine EC- sowie eine Kreditkarte besitzen wenn er sowohl am Bahnhof als auch im Zug bezahlen möchte. 

Versuch 6 – Gesundheitswesen

In Nürnberg in der Erler Klinik und in meiner nahegelegenen Apotheke konnte ich mit der Karte nicht zahlen, diese erfordern EC Kartenzahlung.

Versuch 7 – REWE to Go 

Am Nürnberger Hauptbahnhof gibt es einen REWE to Go, dort konnte ich anstandslos mit der Karte bezahlen – PIN eingeben und fertig.

 

 

Immer der Ärger mit den Paketdiensten (GLS)

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Motivation

Jeder der meinen Blog liest, weiß das ich mit Paketdiensten schon seit einiger Zeit Probleme habe. Nachdem GLS den letzten Fall tatsächlich zu meiner Zufriedenheit gelöst hat ereilt mich ein neuer Fall. Ich würde sagen 6 setzen keine Besserung in Sicht. 

Der aktuelle Fall

Ja was soll ich groß sagen, es beginnt mit einer Amazon Bestellung und einer Lieferung per GLS (3TDANS). Die Lieferung wurde wieder nicht zugestellt, konkret hatte der Fahrer wieder nicht bei uns geklingelt obgleich wir anwesend waren. Das Paket wurde wieder in einer 6 km entfernten Filiale abgelegt. 

Da die Informationsmail von amazon zur Zustellung endete mit „Ihr GLS Team“ beschwerte ich mich irrtümlicherweise per Reply beim Verkäufer. Nachdem ich das Missverständnis aufklärte legte der Verkäufer Beschwerde bei GLS ein und verlangte die erneute Zustellung. Dies wurde mir von der GLS Hotline auch bestätigt als ich selbst noch meine Beschwerde dazu brachte. Allerdings sagte mir die Hotline diesmal, dass eine erneute Zustellung bereits von GLS abgelehnt wurden wäre und meine Chancen eher schlecht stehen. Parallel erstellte ich einen Eintrag auf Paketärger.de. Dort entschuldigte sich GLS für die erneuten Unanehmlichkeiten und teilten mir eine eMail Adresse mit unter der ich den Fall schildern solle. Nachdem ich eine entsprechende eMail an diese Adresse gesendet hatte wurde mir versichert, dass die Zustellung erneut durchgeführt werden würde aber den von mir vorgegebenen Termin könne man leider nicht berücksichtigen. Also mußte meine Frau eine weitere Woche Paketdienst schieben um GLS keine Kritikmöglichkeit zu geben. Ein solcher Dienst beinhaltet praktisch ein Ausgehverbot in der Zeit von 08:00 bis 15:00 Uhr. Es mag in dieser Zeit viel passiert sein, was aber nicht passiert ist war die Lieferung des erwarteten Paketes. Als die Woche rum war fragte ich wieder bei der Hotline nach und durfte erfahren, dass das Paket inzwischen wieder beim Verkäufer angelangt war.

Also wieder eine Kommunikation mit dem Verkäufer hergestellt welcher die Lieferung erneut beauftragte. Dann geschah ein Wunder – plötzlich eines Tages aus heiterem Himmel wurde bei uns geklingelt und das Paket geliefert. So konnte ich nach ca. 4 Wochen doch noch die Lieferung in Empfang nehmen. 

Halleluja – ich beglückwünsche GLS zu einer derartigen Glanzleistung. Es war ja nicht das erste Mal das eine GLS Lieferung bei uns in die Hose ging aber gut es gibt auch Schüler die das Klassenziel dauerhaft nicht erreichen. Vielleicht sollte GLS einmal darüber nachdenken auf welchem Gebiet ihre Kernkompetenz liegt und ob es sich wirklich in der Logistik wohlfühlt oder doch lieber im Bereich der Hotline und Beschwerde Services Dienste anbieten sollte. Letzteres können sie definitiv besser als Waren von A nach B termingerecht zu liefern. 

Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung – zwischenzeitlich benötigte ich noch eine Lieferung. Dabei habe ich diesmal gleich nach der Bestellung bei amazon den Verkäufer kontaktiert (obgleich es noch keinen wirklichen amazon gültigen Grund dafür gab) und diesen gebeten bitte nicht per GLS zu liefern. Der Verkäufer wählte DHL und entgegen früherer Erfahrungen ging alles gut.

In dem Sinne, bis der Postmann wieder nicht klingelt.

GLS-2

ISO Material erhalten, ab jetzt GLS auf Blacklist gesetzt

Immer der Ärger mit den Paketdiensten

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Motivation

Ärger mit Paketdiensten habe ich seit ich vor ca. 4 Jahren mit meiner Familie in die neue Wohnung gezogen bin. Im Prinzip bin ich ja auch selbst Schuld, was zieh ich auch in eine Wohnung bei der die Nachbarin einen Namen besitzt der sich nur in 2 Buchstaben von meinem unterscheidet, die Nachbarin fast immer da ist aber leider schwerhörig und daher fast nie öffnet. Ok meine Frau ist nicht berufstätig und daher den ganzen Tag zu Hause insbesondere wenn ein Paket angekündigt wurde aber gut wir sind ja auch die mit dem Namen wie er auf dem Adressaufkleber der Pakete und Päckchen angegeben ist – für Zusteller also nicht immer primär der Empfänger 😉
Doch seit einiger Zeit gibt es das Portal paket-aerger.de zu erreichen unter http://www.verbraucherzentrale.de/paket-aerger und seit dem bin ich auch dort Stammkunde. Motivation genug für mich mal darüber zu berichten. Wer vorab mal einen Überblick bekommen möchte ob dort überhaupt Beschwerden eingehen der sollte mal diesen URL der Beschwerde Pinnwand (https://www.verbraucherzentrale.de/beschwerde-pinnwand-paket-aerger)aufrufen und sich alle Veröffentlichungen anschauen. Obacht es könnte ein längerer Urlaub dafür nötig werden 🙂

Der aktuelle Fall

Achja eigentlich langweilt es mich ja schon selber und ich kann mich gar nicht mehr wirklich aufregen so oft wie das schon passiert ist haben wir uns einfach dran gewöhnt. Heute kam die Deutsche Post vorbei, der Zusteller aus der Briefzustellerriege und hat ein Paket oder Päckchen für meinen Sohn unter der Nummer LB00872169 geliefert. Meine Frau hat lächelnd angenommen. Man kennt sich inzwischen der Briefzusteller ist immer nett und hat uns in der Vergangenheit auch aufgeklärt, dass dort in Herrenhütte wo die vielen DHL Autos stehen gar nicht die Paketverteilung beherbergt ist sondern die Briefzustellung. Gut mit der Briefzustellung hatte ich nie Probleme und daher bin ich beruhigt, dass ich die davor rauchenden Zusteller nach Abholung meiner Pakete aus der Filiale noch nie angepöpelt habe obgleich ich immer dachte dies wären die Paketzusteller. 
Egal, wichtig das Postpaket ist angekommen und wurde angenommen. Im Gegensatz dazu wurde das GLS Paket mit der Nummer 3JPNLG gar nicht erst versucht zu zustellen. Ok, ich kann mir denken woran es liegt. Diesmal war es bestimmt nicht unser Name sondern eher der Inhalt. Wir wohnen in der 3. Etage und haben bei Amazon einen Teppich bestellt. Vermutlich hatte der Zulieferer keine Lust diesen 3 Etagen nach oben zu tragen obgleich wir einen Fahrstuhl besitzen. Dafür soll ich ihn jetzt mangels Auto zu Fuß aus der nächsten Filiale holen. Vielen Dank dafür! Es wird nix bringen aber ich setze schon mal wieder das nächste Schreiben und die Geldforderung für die erneute Zustellung auf, denn ich werde mich nicht abschleppen mit dem Ding. Schließlich habe ich den Transport bezahlt und war zu Hause.

Doch wie gesagt wir haben darin schon Übung – ändern wird sich vermutlich trotzdem nix aber man muss es wenigstens versuchen sich zu wehren. Sonst heißt es noch, dass hat den Kunden doch gar nicht gestört. Also übliches Vorgehen: Als erstes ein Eintrag auf paket-aerger.de mit Veröffentlichung und dann eine Beschwerde an den Zustelldienst mit Aufforderung zur erneuten Lieferung und Information des Absenders über Amazon über den Sachverhalt. Dann abwarten bis das Paket aus der Filiale an den Absender zurückgeschickt wird. Den Absender um eine erneute Lieferung mit Rechnung für die entstehenden Kosten und eine Bankverbindung zum Begleichen bitten und warten bis es erneut zugestellt wird. Dann Rechnung begleichen und Rückforderung der Kosten an den Paketdienst als Mahnung senden. Klar mach ich das nur mit Dingen die nicht dringend sind, sonst wäre ich vermutlich auch schon pleite, aber wie gesagt man muß sich wehren sonst wird sich nix ändern. Die Hoffnung bleibt, wenn auch nur eine kleine.

Natürlich könnte ich alles viel leichter haben, zumindest mit leichten, einfachen Paketen. Diese könnte ich mir einfach in die nahegelegene Pakstation liefern lassen und abholen wann ich möchte. Dies habe ich auch lange Zeit getan. In seltenen Fällen wurde die Lieferung in die nächste Filiale umgeleitet weil die Pakstation voll war aber in der Regel hat es gut funktioniert.
Dann kam DHL leider auf die Idee eine neue Authentifizierung einzuführen. Die Pin für die Abholung wird ans Handy geschickt. Das dieses Verfahren prinzipiell total unsicher ist sollte klar sein – zumindest mir als Programmierer ist das klar. Auch gibt es Vorträge wie diesen über ähnliche Verfahren bei Banken und wie man diese austrickst.

Welche Möglichkeiten es allgemein gibt kann man hier nachlesen: https://www1.cs.fau.de/filepool/projects/apptan/Unsicherheit-AppTAN.pdf

Jedenfalls habe ich damals DHL darüber informiert, dass ich dieses Verfahren für deutlich unsicherer halte als das bis dato genutzte User/Password Verfahren und ich daher die Packstation zukünftig nicht mehr nutzen werde. Nun wie zu erwarten war, hinterlässt solch eine Information keine weitere Wirkung bei derartigen Unternehmen. Nunja seitdem ärgere ich mich mit den Zustelldiensten rum aber zumindest kann ich behaupten, dass noch kein Paket zu meinen Lasten verloren gegangen ist.

Also ja, es sind bereits Pakete verloren gegangen von unversicherten Amazon Lieferungen – also in Postdeutsch vermutlich dann Päckchen aber die Kosten für die erneute Lieferung hat bislang immer der Absender getragen obwohl der Zusteller die Schuld trägt. Da tuen mir die kleinen Firmen auf dem Amazon Marketplace wirklich leid. Von Amazon bekommen sie als Lieferkosten nur das untere Limit (also unversicherte Päckchen bezahlt) und wenn sie die Versicherung selbst zahlen würden, wäre die Gewinnmarge negativ.

Doch ich denke bald wird alles anders, denn paket-aerger.de ist eine Plattform der Verbrauchenzentralen. Wenn man dort auf der Pinnwand die Beiträge verfolgt bekommt man den Eindruck es könnte nur noch Stunden dauern bis das Volk geschlossen zu den Paketdienstleistern marschiert und diese wie 89 die Stasi Zentralen auseinander nimmt. Viel Glück dem, der an diesem Tag dort Dienst hat.

Und weil ich das ganze Thema inzwischen derart belustigend finde habe ich auch schon einen Favoriten auf paket-aerger.de gekürt und möchte diesen hier kurz vorstellen. Es handelt sich um diesen Artikel: https://www.verbraucherzentrale.de/SES69778988/beschwerde-pinnwand-paket-aerger?fall=iUDe0ayPMPpvrvte&LIMITSTART=70

Für die Zeiten in denen der Link vom Internet vergessen sein wird hier der Wortlaut:

Paket

Kein Zustellungsversuch – nur Zettel in den Briefkasten

Meine Frau war zuhause als das Paket kam. Das Fahrzeug hielt vor unserer Haustür an (es war ein PKW), eine Frau stieg aus mit einem Zettel in der Hand und warf diesen in den Briefkasten ohne zu Klingeln! Später stellten wir fest das es sich um die Zustellung des erwarteten Paketes handelte. Auf dem Zustellungschein stand, Zustellungsversuch 14:00 nicht möglich, es war aber schon 14:30 als der Zettel in den Briefkasten gesteckt wurde.

Ist Ihnen das auch passiert?

Stellungnahme des Paketdienstleisters

Die DPD iloxx eService GmbH schreibt:

Dass trotz Ihrer Anwesenheit die Zustellung vor Ort nicht erfolgreich war tut uns sehr leid. Damit wir den Fall nachvollziehen können, würden wir Sie bitten, dass Sie uns direkt über Facebook oder Twitter mit Angabe der Paketnummer kontaktieren. Wir werden den Sachverhalt dann gerne dem Depot vorlegen, damit dies geprüft wird.

Viele Grüße, Ihr DPD Team

Zwar ist schon der Vorgang der Lieferung interessant aber noch interessanter finde ich ja die Aussage den Dienstleister über Facebook oder twitter zu kontaktieren. Klar das sind ja total sichere Plattformen, warum also nicht! Wenn ich mich dort Obama nenne dann ist doch klar das das Paket an Obama nicht zugestellt wurde. Vermutlich wird es eine sehr kurze Antwort geben – Zustellungen ins Ausland waren zu dem Zeitpunkt nicht möglich 🙂 🙂 🙂

In dem Sinne, bis der Postmann wieder nicht klingelt.

GLS-1

Alle Jahre wieder – Handykauf

Motivation

Wie immer bei der heutzutage überall eingebauten Obsoleszenz – nach 2 Jahren ist das Handy spätestens kaputt. Also muss ein Neues her. Genau zum Jahreswechsel 2015/16 war mein Samsung nun dahin. Geplant war also nicht ein Neues zu kaufen aber da es nun notwendig wurde musste ich mich doch mit den aktuell verfügbaren Geräten befassen.

Anforderungen

Über das Vergleichsportal http://www.inside-handy.de/ habe ich mir einen Überblick über die  Eigenschaften aktueller Handies verschafft. Da ich als Betriebssystem Android gewöhnt bin habe ich zunächst geschaut welche Version aktuell ist. Die Version 6 ist bereits herausgekommen aber die Version 5 ist wohl noch am meisten verbreitet. Nach ein bischen hin und her und vielen Vergleichen bin ich also auf die folgende Liste mit Anforderungen gekommen:

  • Display 5 – 6 Zoll Diagonale
  • Android Version 5.1 aufwärts
  • Interner Speicher 16 GB oder höher
  • Ohne Simlock
  • Ohne Vertrag
  • Octa Core 1,2 GHz und höher
  • LTE
  • WLAN mit xxx.n Protokoll Support
  • DLNA Support um das Bild auf einen TV wiedergeben zu können
  • USB-OTG
  • SD Kartenslot für Größen um 128 GByte

Favorisierte Geräte

  1. Huawei G8
  2. Samsung Galaxy S5 neo
  3. Huawei P8

Ablage spontan anfallender Informationen

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Motivation

Oftmals im Leben fallen Informationen an welche nicht gleich verwertet werden können. Für viele dieser Informationen habe ich eine Lösung zur Ablage gefunden. Natürlich stellt das Ablegen der Information kein Problem dar. Allerdings möchte man ja die Information auch irgendwann mal wieder finden und das evtl. auch noch gezielt. Dazu ist eine strukturierte Informationsablage erforderlich. Praktisch habe ich mit „Simplify your life“ und „Getting things done“ herumgespielt aber nicht den wirklichen Durchbruch erzielt. Dennoch kann von allem ein bisl Methodik benutzt und im täglichen Leben eingesetzt werden. Ich werde diesen Artikel nutzen um nach Informationsart gegliedert zu erläutert wie ich die Daten verwalte.

Artikel aus Fachzeitschriften

Eine Informationsart die ich bisher am besten in den Griff bekommen habe sind interessante Artikel aus Fachzeitschriften. Was mit dem Lesen und Sammeln ganzer Jahrgänge der c’t begann hat sich stetig weiter entwickelt. Zunächst habe ich die Zeitschriften einfach irgendwo gestapelt und wenn ich den Artikel bräuchte könnte ich ihn ja jederzeit wieder lesen – Denkste. Bei dem System fehlen die Metadaten. Was Du nach einem Monat noch weißt ist, dass Du mal einen Artikel zu dem Thema gelesen hast aber nicht wie er genau hieß, wer der Autor war, in welchem Heft er war und nach einem Jahr hast Du definitiv keine Lust mehr den Berg an Heften Mal eben schnell zu durchsuchen.

Also die interessanten Artikel eingescannt und auf externer Festplatte abgelegt. Es fehlen weiterhin die Metadaten und die Qualität der Scans ist so schlecht, dass sie im Prinzip unbrauchbar sind wenn man wirklich mal Details sucht. Klar mit einem einfache Verwaltungsprogramm ließe sich das in den Griff bekommen aber da gibt es eine ganze Menge und jedes arbeitet anders, viele bieten viel zu viel Funktionen – selber schreiben wäre mal ein Ansatz.

Ja und nun was hat geholfen? Geholfen hat http://www.bibsonomy.org/ dort lassen sich Abstracts und Excerpts zu Artikeln ablegen. Inzwischen lassen sich diese auch bewerten, teilen, taggen, und es lassen sich Relationen aufbauen. Genau was der Mensch brauch ohne das es zu viel wird. Aktuell also lese ich die Artikel, stelle dazu ein Abstract auf bibsonomy ein, ergänze dieses mit einigen praktischen Hinweisen für mich selbst und dann ist es in der Regel schon geschafft.

Handelt es sich allerdings um einen Artikel in dem es um Dinge geht die auch ein Mal praktisch ausprobieren möchte dann kommt der Artikel in eine temporäre, physische FIFO Ablage am Schreibtisch. Dort entnehme ich immer Artikel wenn ich Zeit für ein kleines Experiment finde. Diese Experiment führe ich dann aus z.B. bei Programmiersprachen und Algorithmen landen diese immer auf github und bei Hardware werden der Raspberry Pi und die Freifunk Router genutzt. Das Ergebnis des Experiments beschreibe ich dann auf einem passenden meiner Blogs und dann wird der Papierartikel vernichtet.

Nach einiger Zeit lohnt es sich im Internet nach einer Veröffentlichung der Artikel zu suchen und die PDFs auf bibsonomy hoch zu laden oder auch nur zu verlinken. Links haben aber den Nachteil, dass diese im Laufe der Zeit ungültig werden. Die PDF Variante hat den Nachteil, dass ein entsprechendes Copyright beachtet werden muss.

Bücher

Meine Bücher kaufe ich inzwischen nur noch als eBook (Ich bin mir des Risikos bewusst, dass wir hier eine völlig neue Vermarktungsstrategie für die Wirtschaft öffnen – das Buch gehört uns nicht mehr wir erwerben nur die Möglichkeit es zum Lesen zu nutzen, eine Art Leigebühr und Frechheit zu gleich). Wenn möglich ist natürlich immer die DRM freie Variante vorzuziehen, da die Bücher sonst nicht verborgt und weiter gegeben werden können. Leider hat sich aber für mich herausgestellt, dass mit dem epub Format die für mich beste Möglichkeit besteht den Inhalt an das Wiedergabegerät anzupassen und Zeichenhöhe sowie Zeilenumbrüche skalieren zu lassen – das geht bei PDF meist nicht. Ich kaufe meist auf buecher.de im epub Format lade dann mit Adobe Digital Edition runter (hab keine Alternative gefunden), importiere dann in calibre und habe calibre so konfiguriert das die Bibliothek auf dropbox abgelegt wird. So kann ich von diversen Geräten darauf zu greifen. Auf Android Geräten benutze ich PocketBook damit lassen sich Notizen, Markierungen und Lesezeichen per dropbox auf alle Geräte synchronisieren. Eine sehr gute Alternative zu buecher.de ist auch Oreill’y dort bekommt man zum physischen Buch auch eine PDF Version gratis dazu – kann das physische Exemplar dann halt verborgen und kostenlos weitergeben.

Dennoch habe ich natürlich noch eine Menge alter Buchexemplare. Von diesen konnte ich mich immer nicht trennen und so blieben sie im Schrank und nehmen einen nicht unerheblichen Platz in meiner Wohnung in Anspruch. Doch auch dafür habe ich eine Lösung gefunden: http://www.bookcrossing.com/ Dort können Bücher registriert und in die freie Wildbahn entlassen werden. Da man sich anschließend einbildet, man könne diese jeder Zeit wieder bekommen durch Kontakt des aktuellen Besitzers – trennt man sich leichter von den Exemplaren.

Notizen ala Spickzettel

Manchmal fallen Informationen an die für einen Spickzettel geeignet wären – doch man ist nicht mehr in der Schule – was nun? Ein neues Tastenkürzel am Computer herausgefunden? Eine neue Formel zu Kontokorrentrechnung gefunden? Na dann nix wie auf http://cheatography.com/ als CheatSheet abgespeichert. Dort lässt sich alles ablegen was der Mensch so brauch. Denkbar sind auch Kochrezepte etc. CheatSheet heißt eigentlich nix weiter als Spickzettel und genau dafür ist das Portal super geeignet.

Sicherheitsrelevante Infos

Passwörter, Seeds für Wallets, Zugangskodes, TAN Listen und 2 Phasen Authenticationen ließen sich bislang super auf wuala einem recht sicheren online Speicher lagern. Wie es mit den richtig guten Dingen halt immer so ist – sie fallen recht schnell weg. Nun gibt es Alternativen wie Tresorit aber die sind nicht wirklich gut 😦

Achso, natürlich werden die Passwörter und Zugangsdaten dort nicht einfach so abgelegt sondern man legt die Datenbasis seines Passwortmanagers dort ab! Lange Passphrase wählen, das erschwert das Ausspähen zumindest etwas.

Fotos

Hier habe ich eine Lösung gefunden die leider nicht mehr zur Verfügung steht. Ich habe frühzeitig bei Flickr einen Bezahlaccount gekauft und damit ein unendliches Volumen erworben. Alle 2 Jahre muss ich zahlen aber dafür kann ich alles hochschaufeln angefangen vom Urlaubsfoto über die eingescannte SteuerId bis hin zum regen Briefverkehr mit Behörden. Gut über Datenschutz darf man an der Stelle nicht nachdenken aber wenn man wirklich nach seinem Tode im Gedächtnis der Menschheit bleiben möchte muss man entweder ein Genie oder ein absoluter Trottel sein – das mit dem Genie hat bislang nicht funktioniert, die zweite Lösung ist wahrscheinlicher 🙂

Für freie Fotos die unter einer CC Lizenz stehen bietet sich die Duplizierung auf https://commons.wikimedia.org an. Wie lange diese dort überleben und wann der Platz zu knapp wird weiß ich nicht. Auf jeden Fall kann man den Ort nicht als privates Fotoalbum nutzen. Es werden nur Bilder welche den Richtlinien entsprechen und die exakt mit Verwaltungsmerkmalen (am wichtigsten ist die Lizenz)  ausgestattet sind aufbewahrt.

TODOs

Wie man aber sieht bestehen noch TODOs in Bezug auf Bilder, Videos, Musik, etc. Die Lagerung auf externen Speicherträgern bedingt auf jeden Fall auch den Einsatz eines Verwaltungsprogrammes welches das Hinzufügen und Suchen nach Metadaten unterstützt. Ein Online Speicher wäre insofern besser, dass man von diversen Endgeräten Zugriff hätte.

 

 

Informationen die sich nicht ablegen lassen

Speisen die mir schmecken:

  • Hövels 0,4 in Hamburg im Brodersen
  • 1/2 Labskaus im Fischerhaus in Hamburg Am Fischmarkt

BitCoins sicher speichern

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Motivation

Wer wie ich eine Weile mit BitCoins herumgespielt und alles mögliche ausprobiert hat fängt an die Art des Bezahlens zu mögen. Doch bisher ging es nur um Spielgeld. Hier mal 10 € und dort mal 20 € und monatlich an der Börse evtl. 50 € in BitCoins getauscht. Jetzt aber, wenn man richtig einsteigt, seine Geschäfte gefunden hat bei denen man bezahlen kann dann häufen sich die BitCoins langsam im Wallet z.B. um auf einen neuen Laptop zu sparen. Dabei stellt man sich unweigerlich die Frage – wie sicher bin ich aktuell eigentlich schon unterwegs? Am Ende wird man feststellen: „Ich brauche ein sicheres Wallet“. Dieser Artikel beschreibt meine ausprobierten Lösungen dazu. 

Sicherheitsaspekte

Wie sicher bin ich also unterwegs.  Gehen wir das doch mal durch. Die BitCoins kaufe ich auf http://www.bitcoin.de. Dort melde ich mich über 2 Phasen Authentication an. Zunächst Nutzername/Passwort und dann die Zahl (timepad)  aus dem google Authenticator. Um Transaktionen sehr schnell durchführen zu können habe ich ein physisches Konto bei der Fidor Bank und habe BitCoin.de mit Fidor über ein entsprechendes API im Portal verbunden. Technisch kümmern sich da Bank und Börse drum, ich muss nix tun außer Geld auf dem Fidor Konto zur Verwendung auf bitcoin.de freischalten. Mir stellt sich der Vorgang wie beim Reservieren von Beträgen auf einer Kreditkarte dar. Anschließend kaufe ich die BitCoins auf bitcoin.de. Minuten später liegen diese auf bitcoin.de. Letzteres ist eine Online-Börse mit Servern in Deutschland und hohen Sicherheitsauflagen aber dennoch technisch gesehen das Gleiche wie Mt. Gox und kann damit also jederzeit vom Netz genommen werden ohne einen BitCoin auszuzahlen. Daher sollten die erworbenen BitCoins in einem eigenen sicheren Wallet abgelegt werden.

Die Börse ist Ihr Bankautomat

Ab jetzt geht es also nur noch um die Sicherheit des Wallets selber. Der komplette Workflow bislang kann als sicher angesehen werden, da die Unternehmen in der Regel ihr Bestes geben aber vor allem da es sich bei diesem Workflow um den temporären Transfer kleiner Beträge handelt. Selbst wenn hier etwas schiefgeht ist nicht das ganze Geld verloren sondern nur das gerade erworbene – von daher ist es natürlich sinnvoll nicht gleich große Mengen von BitCoins an der Börse zu erwerben sondern lieber mehrmals kleine Beträge zu kaufen. Welches Risiko man bei der Höhe der Geldbeträge eingeht hängt von einem selbst ab. Vergleichbar ist die Situation mit dem Abheben am Bankautomaten. Heben Sie vor dem Einkauf 100 € ab oder das gesamte Budget für den Monat? Und falls Sie ein Haus kaufen wollen – holen Sie das Geld vom Bankautomaten und bringen es persönlich zum Verkäufer oder organisieren Sie die Übergabe bargeldlos? Also genauso ist es beim Kauf von BitCoins an einer OnlineBörse. Die Börse ist Ihr Bankautomat und Sie werden und sollten dort keine riesigen Summen kaufen – zumindest nicht auf ein Mal und nicht bevor die zuvor gekauften Coins in Ihrem sicheren Wallet gelandet sind.

Clientarten und ihre Wallets

Jede BitCoin App mit der sich Überweisungen und Käufe tätigen lassen bringt bisher auch ein eigenes Wallet mit.

bitcoin core

Nun meine erste BitCoin Anwendung auf dem Computer war bitcoin core, heruntergeladen von bitcoin.org. Das Wallet der Anwendung lässt sich an einen sicheren Ort wegspeichern und mit einer Passphrase schützen. Gut das genügt generell, dennoch sah ich folgende Probleme. Die Anwendung arbeitet als Full Node Client. Das bedeutet das die komplette Blockchain erstmal heruntergeladen wird und das sind inzwischen mehr als 17 GByte! Das dauert teilweise einige Tage – vorher ist das Wallet nicht sicher einsatzbereit. Möglicherweise wird auch der Platz auf dem Rechner dann etwas knapp. Wie auch immer jedenfalls wenn die Anwendung einige Tage oder gar Wochen nicht gestartet wird, muss diese beim ersten Start die fehlenden Deltas der Blockchain herunterladen – das dauert schon wieder. Da ist mal nix mit ein Jahr nicht nutzen und dann mal eben schnell überweisen. Full Node Clients sind für das Netzwerk notwendig aber für den Nutzer nur hinderlich. Von daher ist es mir egal wie sicher es wirklich ist es wird gekickt. Auch ist ein Punkt zu beachten. Falls das Backup vom Wallet mal zerstört, gelöscht oder anderweitig verloren geht und das Original evtl. auch ist kein Recovering möglich – alles ist futsch. Den gleichen Effekt hat auch eine vergessene Passphrase – niemand wird das Wallet wieder öffnen können.

SPV Clients

Mein nächster BitCoin Client war das bitcoin Wallet von Andreas Schildbach auf Android. Hierbei handelt es sich um einen SPV (Simplified Payment Verification) Client. Dieser saugt nun nicht mehr die komplette Blockchain aus dem Netz sondern bedient sich der Header aus der Blockchain. Er filtert aus allen Headern der Chain die heraus welche die eigenen Walletadressen betreffen (Bloom Filter). Dies kann er nur tun indem er Kontakt zu Full Node Clients aufnimmt, weshalb diese im Netz möglichst zahlreich vertreten sein sollen. Auch dieser Client kann sein Wallet mit einer Passphrase schützen und exportieren. Als Exportort kann man dropbox wählen besser wäre aber irgendwas mit Verschlüsselung wie wuala (war sehr gut und vermutlich deshalb abgeschaltet) oder Tresorit (geht so als temporäre Lösung). Was bleibt ist genau diese fade Nachgeschmack: „Jetzt liegt mein ganzes Geld im Wallet und das Wallet auf Wuala, Tresorit oder dropbox und was wenn die mal crashen oder gehackt werden?“. Also war das wohl noch nicht die angestrebte Lösung. Außerdem ist Recovering des Wallets glaube auch hier noch nicht möglich.

Serverabhängige Clients

Also suchte ich weiter. Der nächste Client war Elektrum. Dieser Client ist auf eine Serverfarm im Internet angewiesen. Diese Server stellen die Full Node Clients bereit und der Client kann effizient auf deren Informationen zugreifen. Somit muss auch Elektrum die Blockchain nicht erst herunterladen. Daher ist der Client sofort einsatzbereit und natürlich lässt sich das Wallet per Passphrase schützen und es lässt sich auch ein Backup exportieren. Allerdings ist man darauf festgelegt den dedizierten Servern zu trauen. Da diese Open Source sind ist die Hürde schnell genommen. Was jetzt als enormer Pluspunkt hinzukommt ist das Recovering. Jedes Wallet gibt nach seiner Erstellung einen sogenannten Seed von sich Preis. Das ist eine Folge von z.B. 24 Wörtern. Diese Wörter sollte man aufschreiben und an einem sicheren Ort hinterlegen. Nun benötigt man eigentlich kein Backup mehr, denn das Wallet kann jederzeit aus dem Seed wiederhergestellt werden. Nach der Wiederherstellung sind auch alle BitCoins noch da selbst wenn das Wallet einem jetzt ganz andere Adressen als Empfangsadressen anzeigt. Das liegt ein bisl an der Magic von Public Key Verfahren und deren Verknüpfung mit den BitCoin Adressen und deren Beschreibung in der Blockchain. Den Teil dürfen wir einfach mal als technisch sicher annehmen, da genau das den Kern der BitCoin Verwaltung darstellt und dieser genügend öffentlich diskutiert wurde (Wer Details sucht befasse sich mit dem Problem „Die Byzantinischen Generäle“). Also was haben wir jetzt noch an Sicherheitsbedenken? Ein Backup brauchen wir nicht, nur die 24 Wörten müssen in einen physischen Safe gelegt werden, auf jedem Gerät auf dem ich Elektrum installieren kann ist es mir möglich mit diesen Wörtern mein aktuelles Wallet (wieder)herzustellen. Das Wallet selber kann und sollte ich mit einer Passphrase schützen. Einzig wenn die Serverfarm ausfällt oder behördlich abgeschaltet wird sitze ich dumm da, da mein Wallet evtl. nicht mehr funktioniert. Selbst wenn es noch funktioniert kann ich ohne Serverfarm keine Transaktionen mehr durchführen und die BitCoins können mein Wallet nicht mehr verlassen.

Hardwarewallets

Die Hardwarewallets (Trezor) welche ich bislang kenne sind komplett vom Client getrennt. Das heißt sie sind nur noch Wallets und man kann sie über beliebige Clients ansprechen welche natürlich das Protokoll verstehen müssen. Das Hardwarewallet generiert bei Inbetriebnahme einen Seed und damit auch diverse private Schlüssel für die zukünftigen BitCoin Empfangsadressen. Den Seed schreiben wir wieder auf und legen ihn im physischen Safe ab. Dann vergeben wir noch eine PIN welche später zur Bestätigung von Transaktionen benötigt wird.Die privaten Schlüssel werden das Hardwarewallet nie verlassen. Transaktionen die zu bestätigen sind werden vom Client z.B. Elektrum (ja das kann auch mit Hardwarewallets) oder Mycelium an das Hardwarewallet als unsignierte Transaktion gesendet. Das Hardwarewallet signiert die Transaktion und gibt sie an den Client zurück. Dies ist möglich da das Wallet selbst über eine CPU verfügt. Zur Bestätigung der Tranaktion ist natürlich Ihre PIN einzugeben. Diese PIN Eingabe ist bei Tresor richtig gut gelöst. Auf dem PC erscheint das Eingabefeld welches aussieht wie ein Telefonziffern Feld bei dem alle Ziffern durch Sterne ersetzt wurden. Auf dem Display des Hardwarewallets erscheint das gleiche Eingabefeld aber mit Ziffern. Sie müssen nun auf dem PC die richtigen Sterne drücken um ihre PIN einzugeben. Bei der nächsten Transaktion befinden sich die Ziffern natürlich an ganz anderen Stellen so das Keylogger und Capture Replay Tools keine Chance haben die PIN zu erraten oder erneut einzugeben. Mit dieser Kombination sind wir nun wie ich denke recht sicher unterwegs. Persönlich habe ich noch eine kleine zusätzliche Sicherung eingebaut um a die Bequemlichkeit zu erhöhen und b meine stets nach weiterer Sicherheit lechsende Magengrube zu befrieden. Ich habe mir noch ein 2. Hardwarewallet gekauft (Ledger) und nutze diese für die täglichen Transaktionen wie eine Geldbörse. Die monatlich gekauften BitCoins werden stets an das 1. Hardwarewallet gesendet. Der Vorteil diese muss nicht mal am Computer angeschlossen werden um diese zu empfangen. Erst wenn ich BitCoins ausgeben will schließe ich mein Trezor (1. Wallet) an den PC an und überweise einen kleinen Betrag für den heutigen Tag oder die aktuelle Woche z.B. 0,3 BTC auf mein Ledger (2.) Wallet. Mein Trezor geht danach wieder in den Safe und Ledger kommt in die Hosentasche. Klar ist hoffentlich das ich Ledger nie verlieren sollte. Aber auch in dem Fall gibt es Abhilfe welche in der Praxis aber evtl. so lange dauert das die Wallet bereits geknackt und geleert wurde. Aber auch dann ist nur ein kleiner Betrag verloren der Rest liegt immer noch schön auf meinem 1. Wallet auf Trezor.

Cold Wallets

Die einzigen Gefahren die ich jetzt noch sehe sind Schadprogramme wie Keylogger welche versuchen die PIN Eingaben mit zu schreiben, Trojaner und andere Programme welche versuchen an Kopien meiner Client Wallets zu kommen. Wenn es einem Angreifer gelingen sollte meinen Rechner so zu infiltrieren, dass er anschließend meine Client Wallet (Hot Wallet) und die eingegebene PIN bekommt dann kann er meine BitCoins aus der HotWallet ausgeben. Dies kann aus meiner Sicht nie passieren wenn gerade ein Hardwarewallet genutzt wird. Allerdings sonst schon. Daher kann man auch eine Wallet auf einem Rechner erstellen der niemals online geht (Cold Wallet). Von dieser lässt sich dann eine Watch-Only Wallet exportieren und auf dem Internetrechner im Hot-Walletbereich nutzen. Zum Signieren von Transaktionen ist jedoch der export einer unsignierten Transaktion z.B. per USB an die Cold Wallet notwendig, diese signiert dann offline und mit die signierte Transaktion geht per USB Stick wieder urück zur HotWallet welche diese dann im Netz bekannt gibt und diese in die Blockchain einarbeiten lässt.

Prinzipiell sind Cold Wallets der sicherste Weg seine BitCoins zu speichern aber eben auch der Umständlichste. Daher ist er bei größeren Beträgen auf jeden Fall zu gehen aber wer keine Ersparnisse in BTCs ablegt wird ihn vermutlich nie gehen müssen. Bitte auch beachten das es noch die Möglichkeit gibt Paper Wallets anzulegen. Letzlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Ich bleibe erstmal bei meiner Kombination aus Hardwarewallets.

Allen die bis jetzt noch Angst vorm BitCoin hatten weil sie nicht verstehen konnten wie das System funktioniert und denen daher auch die Sicherheit fehlte – all denen hoffe ich geholfen zu haben die Sicherheitsaspekte etwas besser zu verstehen. Abschließend noch ein paar Regeln die immer gelten sollten:

  • Jedes Wallet ist mit einer Passphrase oder zumindest mit einer PIN zu schützen, niemals das Öffnen einer Wallet ohne Sicherheitscode erlauben.
  • Tranaktionen müssen immer per PIN bestätigt werden, niemals Transaktionen ohne PIN Eingabe zulassen.
  • Ein Seed muss aufgeschrieben und an sicherem Ort verwahrt werden.

 

Nützliche Literatur

 

BitCoin in der Praxis

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Motivation

Schon seit einiger Zeit habe ich BitCoins erworben und suche nach Möglichkeiten diese wieder auszugeben. Ich halte diese Währung nicht für ein Allheilmittel – im Gegenteil – aber ich finde es gut, dass an dem veralteten Währungssystem eine Neuerung vorgenommen wurde, die Dezentralisierung. Viel Leid und Elend auf dieser Welt entsteht durch eine zentrale Kontrolle von Weltwährungen. Obgleich sich jeder demokratische Staat über den Zentralismus in sozialistischen Staaten aufregt so stört es doch keinen, dass das Geld stets zentral vom Staat kontrolliert wird. Sogar weltweit gibt es zentrale Banken von denen in der Regel nicht einmal bekannt ist wer eigentlich die wirklichen Eigentümer (Aktionäre) im Hintergrund sind – siehe Federal Reserve System .

Daher suche ich also ein Geldsystem bei dem ich Geld erwerben, lagern und ausgeben kann ohne das Risiko eingehen zu müssen das man mir morgen erklärt das mein Geld wegen einer Finanzkrise nicht mehr verfügbar ist oder darauf 50% Steuern anfallen weil sonst der Staat Pleite ist (siehe Zypern) oder eine Zentralbank soviel neues Geld in Umlauf bringt, dass mein Geld praktisch wertlos ist. Ein Geldsystem welches diese Anforderungen erfüllt kann nur ein dezentrales sein.

Weshalb sind BitCoins nun aber nicht das Allheilmittel? Ganz einfach, die Geldmenge ist begrenzt und ohne Anpassung am Algorithmus ist irgendwann Schluß. Letzteres dauert aber ein paar Jahre und bis dahin werden genügend Erfahrungen mit BitCoin vorliegen so dass BitCoin 2.0 auf dem Markt kommt und alle einfach ihr Geld in das neue System pumpen. Um so mehr Leute in BitCoins investieren um so knapper wird die Geldmenge und um so höher der Wert der BitCoins – das sehe ich als Nachteil. Warum? Weil man schon heute nur noch Anteile zur 3. Nachkommastelle kauft bzw. ausgibt – zumindest bei Dingen des täglichen Bedarfs (Brot, Wurst, Gurke, Zigaretten).

Das die Staaten der Welt aktuell versuchen BitCoin unter ihre Kontrolle zu bekomen und nicht LindenDollars, TulpGulden oder FarmCash zeigt das die Währung offensichtlich gut ist.

Ziel des Artikels ist nicht zu erklären wie der Client benutzt wird. Das ist sehr gut in diesem Blog beschrieben.

BitCoins kaufen

Also dann wollen wir mal einsteigen in BitCoins. Erste Frage wo oder wie bekomme ich welche? Ganz einfach BitCoins werden im Internet legal über Börsen gehandelt. Bislang ist mir noch keine Bank bekannt welche auch in BitCoins tauscht aber Paypal und Fidor haben ein entsprechendes Potential – aus meiner Sicht ist es nur eine Frage der Zeit bis eine Bank ein Schlupfloch in den staatlichen Auflagen findet und dann wird man auch in BitCoins tauschen können. Bislang scheinen dies jedoch nur Gelddienstleister zu können und für deutsche Nutzer hat sich die Börse https://www.bitcoin.de/ etabliert. Dort registriert man sich und schützt den dabei angelegten Account so gut es geht mit sicheren Passwörtern oder dem 2 Phasen Login und dann kann man kaufen.

Wer jetzt denk „He da kauf ich mir BitCoins und dann mach ich was illegales z.B. Cokain kaufen“ den muss ich ein bischen bremsen. Wenn Du BitCoin nur dafür brauchst, dann lass es. Du bist genauso registriert wie überall, Deine IP ist bekannt, der Zeitpunkt Deines Logins ist bekannt, alles wird geloggt, Du bist zurück verfolgbar etc. Vergiss es einfach. Natürlich würdest Du mit BitCoins auch kriminelle Dinge tun können aber eben nur genauso wie Du jetzt auch ein Geschäft ausrauben könntest. Gleiches Risiko und früher oder später wird man Dich erwischen – verlass Dich drauf.

BitCoins lagern

Gut nun hast Du also BitCoins erworben und es wird wohl einen Tag oder so dauern ehe diese Deinem Account gutgeschrieben werden. Wenn Du diese jetzt auf Deinem Rechner oder an Dein Handy überweisen möchtest weil Du dort mit diesen bezahlen möchtest benötigst Du ein Programm oder eine App. Persönlich nutze ich bitcoin-qt. Wer BitCoins nutzt sollte auch einen Passwortmanager nutzen, denn solltest Du mal Dein Passwort vergessen gibt es keinen Weg die Coins wieder herzustellen – das verstehen wir unter Sicherheit, weder Du noch wer anders kann ohne Passwort Deine Coins nutzen. Also merke Dir Deine Passwörter in einem Passwortmanager wie KeePass. Also merken weil wichtig – Passwort weg = Geld weg.

Wallets

Mit der Zeit sind einige Verbesserungen an den Wallets erfolgt.  Bei electum kann man sich einen „Initial Seed“ an einem sicheren Ort merken (z.B. KeePass) und bei Zerstörung des Wallets dieses wieder aus diesem Seed erstellen. Eine weitere Alternative ist MultiBit. Weiterhin bietet myTrezor.com eine sehr interessante Alternative welche zukünftig an Bedeutung gewinnen dürfte. Aktuell (22.08.2014) bieten nur Paperwallets einen noch höheren Schutz.

BitCoins ausgeben

Der schwierigste Teil – wer nimmt schon BitCoins? Die Tankstelle um der Ecke? Der nahe gelegene Supermarkt? Sicherlich noch nicht! Aber Google*Wallet akzeptieren die schließlich auch nicht also no problem es wird sich was finden. Anbei eine kleine Liste die ich gelegentlich ergänzen werden. Nett wären Hinweise per Kommentarfunktion, idealerweise mit Bewertung.