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Ledger Nano – Hardware Wallet

Hallo allerseits,

hier nur ganz kurz  meine Erfahrungen mit Ledger Nano als Hardware Wallet für Bitcoins. 

Kurz nachdem ich angefangen habe mit BTCs rum zu spielen habe ich mir als Hardware Wallets und Ledger und Trezor gekauft und ausprobiert. Vom Funktionsumfang erschienen mir beide gleich. Mit der Zeit hat es einige Forks gegeben und der Trend geht zum MultiCoin Wallet. Mit Trezor hatte ich diesbezüglich bisher keine Probleme. Die regelmäßigen Firmware Updates habe ich eingefahren und alles ward gut. Auch die entstandenen BCHs und BTGs habe ich problemlos claimen können. 

Beim Ledger Wallet bin ich nicht so am Ball geblieben und wollte nun nach einigen Jahren mal schauen was auf dem Wallet so an Geld liegt. Nunja es ist ein Ledger Nano und der wird wohl inzwischen nicht mehr supported wie es hier heißt. 

Gut sowas kann passieren und zeichnet sich auch schon bei Trezor ab (dort kommt irgend ein Typ T heraus). Wie auch immer erwarte ich natürlich, dass die Coins in solch einem Fall nicht einfach verloren sind. Also fand ich heraus, dass Ledger Nano den BIP39 und BIP44 Standard unterstützt.

Im ersten Versuch probierte ich mit der Desktop App Bither das Wallet (eigentlich die privaten Schlüssel) zu importieren. Dazu startete ich Bither und gab die 24 Wörter des Seed aus dem Recovery Cheat ein. Das klappte ganz gut und Bither zeigte mir an, dass wohl noch ein paar Bitcoins drauf waren. Diese probierte ich dann auf eine andere Wallet zu überweisen – das funktionierte leider nicht und lag irgendwie an Bither oder einer fehlenden Linux Library. 

Im nächsten Versuch griff ich zur Allzweckwaffe MyCelium auf meinem Tablet. Den Legder Nano per USB Adapter angeschlossen und mittels QR Code versucht den Seed zu importieren – funzte nicht. Evtl. ist der QR Code auf dem Recovery Cheat auch gar nicht der Seed? Jedenfalls hab ich dann die 24 Wörter wieder per Import als Masterseed eingegeben und voilà es ging. Auch das Versenden des kompletten Betrages stellte kein Problem dar. 

Wie weiter für die Zukunft. Nun den Ledger Nano und das zugehörige Recovery Cheat hebe ich mir auf. Vermutlich kann ich mir später mal einen neuen Ledger kaufen und diesen mit dem Seed dann wieder initialisieren. Ob ich das dann wirklich tue wird von der dann aktuellen Situation abhängen, da ich ja den privaten Seed bereits in die MyCelium App exportiert hatte und damit evtl. ein Sicherheitsloch geöffnet habe. Solange das Konto des Ledger aber auf 0 BTC läuft sollte das kein Problem darstellen – erst wenn wieder Beträge auf der Adresse eintreffen. Sollte keine mehr eintreffen, werde ich auch keinen neuen Ledger benötigen – mal schauen 🙂 Letzlich komme ich mit Trezor bislang ganz gut klar. Andererseits halte ich es immer für wichtig eine Alternative zu besitzen. Ideal wäre der Export meines Trezors auf ein Paperwallet aber das scheint aus Sicherheitsgründen nicht unterstützt zu werden. 

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BTC, BCH – Crypto Coins im Detail

Motivation

Nachdem über ein Jahr lang Miner, Entwickler, User und Börsen im Internet wild diskutierten und sich teilweise verfeindeten ist es nun scheinbar vollbracht – ein Konsenz beim BitCoin steht und wird umgesetzt und am 1. August 2017 kam es trotz alledem zu einer Fork aus der BitCoin (BTC) und BitCoin cash (BCH) hervorgingen. Hier hat man also mal live erleben können wie ein AltCoin entsteht (indem Falle BCH) und was die Beweggründe dabei waren. Aus der neu gewonnen Perspektive lohnt sich auch ein Blick auf die schier riesige Liste an bereits existierenden AltCoins unter Wikipedia. Natürlich gab es auch Gründe für die anderen AltCoins – in der Regel unterscheiden sich alle Coins in den Konzepten oder in den Zielen. Grund genug mal den ein oder anderen Coin näher zu betrachten. 

BitCoin (BTC)

Ganz klar der BitCoin (BTC) als UrCoin ist angetreten ein freies Finanzsystem mit freiem Geld bereitzustellen. Die Aufgabe seiner Blockchain ist es ein weltweit verteiltes Hauptbuch zu verwalten ohne das jemand einem anderen vertrauen muss. Auch sollten die Transaktionen Anonomytät bereitstellen und vor allem sollte es keine zentrale Verwaltungsinstanz wie eine EZB geben, die neues Geld schaffen kann. 

Die Konzepte haben sich seit der Gründung stark weiterentwickelt: 

  • Der einzelne Client eines Nutzers (welcher eigentlich nur bezahlen möchte) schüfte anfänglich noch über die PC Grafikkarte neue BitCoins. Das gehört der Vergangenheit an. Auf diese Aufgabe haben sich Miner spezialisiert, welche sich eigens dafür zu Mining Pools zusammengeschlossen haben. 
  • Der einzelne Client eines Nutzers ist vom Full Node welcher noch die komplette Blockchain aus dem Netz herunter lud und dann verifizierte, zum Node mit SPV (Simplified Payment Verification) mutiert. Ein Full Node benötigte Ende 2016 etwa 1 Woche um die inzwischen riesige Blockchain komplett herunter zu laden und zu verifizieren. Das ist nix was man für Handies nutzen könnte. Auch wollten nicht viele ihren PC oder Laptop einfach mal eine Woche nur für die Initialisierung einer Wallet (Brieftasche) durch ackern lassen.  Der SPV Node sichert über die Abfrage bestimmter Prüfsummen im Merkle Tree die Gültigkeit der Transaktionen ab. Die Anfragen schickt er an ihm bekannte Full Nodes im Netz. Diese sind entweder reine Full Nodes die von Usern betrieben werden um das Netzwerk am Laufen zu halten oder aber Börsen oder Mining Pools. 
  • Die Miner verbündeten sich mit der Zeit in Mining-Pools um große Rechenleistungen bereitstellen zu können. Sie speichern die komplette Blockchain, validieren diese immer wieder und ergänzen sie um neu erzeugte Blöcke. Je Block schürfen sie dabei neues Geld in Form von BTC welches sie behalten dürfen. 
  • Was sich nicht geändert hat ist das Konzept Sicherung von Transaktionen in Blöcken der Blockchain. Hierbei wird weiterhin alle 10 Minuten von den Minern weltweit ein Block gefunden. Da die Rechenleistung weltweit schwankt wird kontinuierlich eine Schwierigkeit im Netzwerk auf Grund der aktuellen Rechenleistung neu festgelegt. Diese Schwierigkeit ist im Proof of work von den Minern zu bewältigen, um einen neuen Block zu finden und die darin enthaltenen neuen BitCoins sowie die Transaktionsgebühren der einzelnen im Block eingetragenen Transaktionen zu schürfen.  Als Proof of work wird ein mathematisches Rätsel bezeichnet welches ein Miner lösen muss um einen neuen gültigen Block an die Blockchain anhängen zu können. Es handelt sich speziell um ein künstlich eingeführtes Problem damit die Miner ausgebremst werden und nicht rasend schnell Blöcke erzeugen können. Diese künstliche Ausbremsung lässt sich mit einem Brut force Angriff zum Knacken eines verschlüsselten Dokumentes vergleichen und verbraucht sehr viel CPU Zeit und entsprechende Energiemengen. 
  • Auch gilt weiterhin, dass die Anzahl der BitCoins begrenzt ist. Es gibt eine Gesamtsumme an Coins welche durch Mining gefunden werden können, danach bekommt der Miner nur noch die Gebühren der Transaktionen als Gewinn und die Gesamtsumme der BitCoins weltweit bleibt gleich. 

Nun nachdem die offenen Transaktionen auf der Blockchain immer mehr wurden, das Gesamtsystem am Limit lief und die Miner es nicht mehr schafften diese Transaktionen schnell genug abzuarbeiten, wurden technische Veränderungen an der Blockgröße vorgenommen (SegWit etc). Jede Partei die zuvor im Streit um eine andere technische Änderung bemüht war brachte sich nun ein. Auch eine welche dafür sorgte, dass die Blockchain inkompatible wurde. Sei es wie es sei – erstmal ist Ruhe eingekehrt und mit BitCoin cash (BCH) ist ein neuer AltCoin entstanden. 

BitCoin cash (BCH)

Wenn ich den Fork richtig verstanden habe, so wurde letztlich mit BitCoin cash eine Variante des ursprünglichen Vorschlages der Miner umgesetzt. SegWit wurde entfernt und eine Art von BitCoin Unlimited implementiert. Dabei wurde im letzten Moment statt der optionalen Replay Protection nach Rücksprache mit Börsen und Miner doch eine starke Replay Protection eingeführt, die durch SIGHASH_FORKID und SCRIPT_VERIFY_STRICTENC dafür sorgt, dass Transaktionen immer und ausschließlich auf einer Chain gültig sind. Der Wipe out der BCH Kette wird scheinbar verhindert über eine neue per Softfork eingeführte Regel welche fordert, dass ein bestimmter Bereich größer als 1 MB sein muss. 

Konzepte / Ziele / Unterschiede

Aus meiner Sicht setzt BTC auf ein Finanzsystem bei dem nur große Transaktionen auf der Blockchain gespeichert werden sollen. Die kleinen Transaktionen sollen scheinbar offchain per Mikrotransaktion abgewickelt werden. Dazu könnten Verbünde wie das Lightning Netzwerk dienen.

Die aktuelle Praxis sieht jedoch so aus, dass eine Pizzabestellung von 26€ über lieferando.de mit einer Transaktionsgebühr von 2 € (mittel hoch im jaxx Client) am 20. August 2017 mit Abwicklung über bitpay.com ca. 50 Minuten bis zur ersten Bestätigung dauerte. Damit war die Zeit für die Bestellung natürlich abgelaufen und die überwiesenen Gelder müssen vom Käufer über bitpay zurückgefordert werden. Das ist nicht gerade das was ein Endnutzer beim Einkauf erwartet. An dieser Stelle wird wohl auch niemand behaupten wollen, dass BitCoin das Ziel erreicht hätte schnellere und billigere Transaktionen als das Fiat Geld zu bieten. Ja, die Zeiten gab es mal aber die sind vorbei!

Das genau will BCH anders gestalten. Dort sollen alle Transaktionen auf der Blockchain eingetragen werden. Offchain Abwicklungen sind dennoch nicht ausgeschlossen. Nur wird hier Wert aufs schnelle und billige Bezahlen gelegt indem die einzelnen Blöcke der Blockchain bei Bedarf gegen unendlich vergößert werden können. Natürlich birgt  gerade eine solche Vergößerung einzelner Blöcke weitere Risiken. Die Zeit wird zeigen welcher Coin sich als der praktikablere für die Abwicklung von Käufen herausstellt. 

Was man auf jeden Fall inzwischen sagen kann ist, dass weder BTC noch BCH weiter an dem Ziel festhalten den BitCoin als strikte anonyme Währung zu entwickeln. Auf diesem ursprünglichen Ziel liegt wenn überhaupt keine Priorität mehr. Schon jetzt lassen sich alle Transaktionen zu einer Adresse über die gesamte Blockchain verfolgen. Über Informationspflichten der Börsen lassen sich Adressen auch Nutzern zuordnen. Ja die eigene Wallet auf dem PC mag noch anonym sein aber schon bei der Hardware Wallet wie Trezor oder ledger können die Ermittlungsbehörden auf Bestell-, Liefer- und Rechnungsadressen zugreifen, so dass auch hier mit ein bischen Heuristik und Beschlagnahmung vor Ort schnell eine Zuordnung zwischen Nutzer und Wallet Adresse herstellbar wird. 

Was scheinbar weiterhin ein wichtiges Ziel darstellt ist, die Abwicklung der Transaktionen über ein dezentrales Hauptbuch zu realisieren.

Eine Prognose für solch revolutionäre Technologien abzugeben ist natürlich schwer, dennoch denke ich dass die Kryptowährungen die Fiat Währungen früher oder später ablösen werden. Die Banken werden dadurch aber nicht verschwinden.  Sie werden sich früher oder später auf das Geschäft mit den Kryptowährungen einlassen und ihren Nutzen daraus ziehen. Einige Banken werden zu spät verstehen was da gerade vor sich geht und einfach untergehen – schon alleine weil ihnen die Kunden davon laufen. Im Umfeld der Kryptowährungen gibt es viel Platz den bisherige Banken ausfüllen könnten – Börsen oder Miner oder ganz neu zu erschließende Gebiete. Wie immer wenn es um Geld geht ist die Schweiz hier Vorreiter. Dem sogenannten Crypto vallay im Kanton Zug entstammen schon jetzt die wichtigsten Ideen und Realisierungen wie beispielweise der Service shapeshift, Geldautomaten sowie die Anbindung von Behörden über die Bitcoin Suisse AG, das Ethereum Project, Wallet und Debit Card von Xapo, die Leistungen der Validity Labs AG und vielen anderen.