Archive for the ‘Politik’ Category

BTC, BCH – Crypto Coins im Detail

Motivation

Nachdem über ein Jahr lang Miner, Entwickler, User und Börsen im Internet wild diskutierten und sich teilweise verfeindeten ist es nun scheinbar vollbracht – ein Konsenz beim BitCoin steht und wird umgesetzt und am 1. August 2017 kam es trotz alledem zu einer Fork aus der BitCoin (BTC) und BitCoin cash (BCH) hervorgingen. Hier hat man also mal live erleben können wie ein AltCoin entsteht (indem Falle BCH) und was die Beweggründe dabei waren. Aus der neu gewonnen Perspektive lohnt sich auch ein Blick auf die schier riesige Liste an bereits existierenden AltCoins unter Wikipedia. Natürlich gab es auch Gründe für die anderen AltCoins – in der Regel unterscheiden sich alle Coins in den Konzepten oder in den Zielen. Grund genug mal den ein oder anderen Coin näher zu betrachten. 

BitCoin (BTC)

Ganz klar der BitCoin (BTC) als UrCoin ist angetreten ein freies Finanzsystem mit freiem Geld bereitzustellen. Die Aufgabe seiner Blockchain ist es ein weltweit verteiltes Hauptbuch zu verwalten ohne das jemand einem anderen vertrauen muss. Auch sollten die Transaktionen Anonomytät bereitstellen und vor allem sollte es keine zentrale Verwaltungsinstanz wie eine EZB geben, die neues Geld schaffen kann. 

Die Konzepte haben sich seit der Gründung stark weiterentwickelt: 

  • Der einzelne Client eines Nutzers (welcher eigentlich nur bezahlen möchte) schüfte anfänglich noch über die PC Grafikkarte neue BitCoins. Das gehört der Vergangenheit an. Auf diese Aufgabe haben sich Miner spezialisiert, welche sich eigens dafür zu Mining Pools zusammengeschlossen haben. 
  • Der einzelne Client eines Nutzers ist vom Full Node welcher noch die komplette Blockchain aus dem Netz herunter lud und dann verifizierte, zum Node mit SPV (Simplified Payment Verification) mutiert. Ein Full Node benötigte Ende 2016 etwa 1 Woche um die inzwischen riesige Blockchain komplett herunter zu laden und zu verifizieren. Das ist nix was man für Handies nutzen könnte. Auch wollten nicht viele ihren PC oder Laptop einfach mal eine Woche nur für die Initialisierung einer Wallet (Brieftasche) durch ackern lassen.  Der SPV Node sichert über die Abfrage bestimmter Prüfsummen im Merkle Tree die Gültigkeit der Transaktionen ab. Die Anfragen schickt er an ihm bekannte Full Nodes im Netz. Diese sind entweder reine Full Nodes die von Usern betrieben werden um das Netzwerk am Laufen zu halten oder aber Börsen oder Mining Pools. 
  • Die Miner verbündeten sich mit der Zeit in Mining-Pools um große Rechenleistungen bereitstellen zu können. Sie speichern die komplette Blockchain, validieren diese immer wieder und ergänzen sie um neu erzeugte Blöcke. Je Block schürfen sie dabei neues Geld in Form von BTC welches sie behalten dürfen. 
  • Was sich nicht geändert hat ist das Konzept Sicherung von Transaktionen in Blöcken der Blockchain. Hierbei wird weiterhin alle 10 Minuten von den Minern weltweit ein Block gefunden. Da die Rechenleistung weltweit schwankt wird kontinuierlich eine Schwierigkeit im Netzwerk auf Grund der aktuellen Rechenleistung neu festgelegt. Diese Schwierigkeit ist im Proof of work von den Minern zu bewältigen, um einen neuen Block zu finden und die darin enthaltenen neuen BitCoins sowie die Transaktionsgebühren der einzelnen im Block eingetragenen Transaktionen zu schürfen.  Als Proof of work wird ein mathematisches Rätsel bezeichnet welches ein Miner lösen muss um einen neuen gültigen Block an die Blockchain anhängen zu können. Es handelt sich speziell um ein künstlich eingeführtes Problem damit die Miner ausgebremst werden und nicht rasend schnell Blöcke erzeugen können. Diese künstliche Ausbremsung lässt sich mit einem Brut force Angriff zum Knacken eines verschlüsselten Dokumentes vergleichen und verbraucht sehr viel CPU Zeit und entsprechende Energiemengen. 
  • Auch gilt weiterhin, dass die Anzahl der BitCoins begrenzt ist. Es gibt eine Gesamtsumme an Coins welche durch Mining gefunden werden können, danach bekommt der Miner nur noch die Gebühren der Transaktionen als Gewinn und die Gesamtsumme der BitCoins weltweit bleibt gleich. 

Nun nachdem die offenen Transaktionen auf der Blockchain immer mehr wurden, das Gesamtsystem am Limit lief und die Miner es nicht mehr schafften diese Transaktionen schnell genug abzuarbeiten, wurden technische Veränderungen an der Blockgröße vorgenommen (SegWit etc). Jede Partei die zuvor im Streit um eine andere technische Änderung bemüht war brachte sich nun ein. Auch eine welche dafür sorgte, dass die Blockchain inkompatible wurde. Sei es wie es sei – erstmal ist Ruhe eingekehrt und mit BitCoin cash (BCH) ist ein neuer AltCoin entstanden. 

BitCoin cash (BCH)

Wenn ich den Fork richtig verstanden habe, so wurde letztlich mit BitCoin cash eine Variante des ursprünglichen Vorschlages der Miner umgesetzt. SegWit wurde entfernt und eine Art von BitCoin Unlimited implementiert. Dabei wurde im letzten Moment statt der optionalen Replay Protection nach Rücksprache mit Börsen und Miner doch eine starke Replay Protection eingeführt, die durch SIGHASH_FORKID und SCRIPT_VERIFY_STRICTENC dafür sorgt, dass Transaktionen immer und ausschließlich auf einer Chain gültig sind. Der Wipe out der BCH Kette wird scheinbar verhindert über eine neue per Softfork eingeführte Regel welche fordert, dass ein bestimmter Bereich größer als 1 MB sein muss. 

Konzepte / Ziele / Unterschiede

Aus meiner Sicht setzt BTC auf ein Finanzsystem bei dem nur große Transaktionen auf der Blockchain gespeichert werden sollen. Die kleinen Transaktionen sollen scheinbar offchain per Mikrotransaktion abgewickelt werden. Dazu könnten Verbünde wie das Lightning Netzwerk dienen.

Die aktuelle Praxis sieht jedoch so aus, dass eine Pizzabestellung von 26€ über lieferando.de mit einer Transaktionsgebühr von 2 € (mittel hoch im jaxx Client) am 20. August 2017 mit Abwicklung über bitpay.com ca. 50 Minuten bis zur ersten Bestätigung dauerte. Damit war die Zeit für die Bestellung natürlich abgelaufen und die überwiesenen Gelder müssen vom Käufer über bitpay zurückgefordert werden. Das ist nicht gerade das was ein Endnutzer beim Einkauf erwartet. An dieser Stelle wird wohl auch niemand behaupten wollen, dass BitCoin das Ziel erreicht hätte schnellere und billigere Transaktionen als das Fiat Geld zu bieten. Ja, die Zeiten gab es mal aber die sind vorbei!

Das genau will BCH anders gestalten. Dort sollen alle Transaktionen auf der Blockchain eingetragen werden. Offchain Abwicklungen sind dennoch nicht ausgeschlossen. Nur wird hier Wert aufs schnelle und billige Bezahlen gelegt indem die einzelnen Blöcke der Blockchain bei Bedarf gegen unendlich vergößert werden können. Natürlich birgt  gerade eine solche Vergößerung einzelner Blöcke weitere Risiken. Die Zeit wird zeigen welcher Coin sich als der praktikablere für die Abwicklung von Käufen herausstellt. 

Was man auf jeden Fall inzwischen sagen kann ist, dass weder BTC noch BCH weiter an dem Ziel festhalten den BitCoin als strikte anonyme Währung zu entwickeln. Auf diesem ursprünglichen Ziel liegt wenn überhaupt keine Priorität mehr. Schon jetzt lassen sich alle Transaktionen zu einer Adresse über die gesamte Blockchain verfolgen. Über Informationspflichten der Börsen lassen sich Adressen auch Nutzern zuordnen. Ja die eigene Wallet auf dem PC mag noch anonym sein aber schon bei der Hardware Wallet wie Trezor oder ledger können die Ermittlungsbehörden auf Bestell-, Liefer- und Rechnungsadressen zugreifen, so dass auch hier mit ein bischen Heuristik und Beschlagnahmung vor Ort schnell eine Zuordnung zwischen Nutzer und Wallet Adresse herstellbar wird. 

Was scheinbar weiterhin ein wichtiges Ziel darstellt ist, die Abwicklung der Transaktionen über ein dezentrales Hauptbuch zu realisieren.

Eine Prognose für solch revolutionäre Technologien abzugeben ist natürlich schwer, dennoch denke ich dass die Kryptowährungen die Fiat Währungen früher oder später ablösen werden. Die Banken werden dadurch aber nicht verschwinden.  Sie werden sich früher oder später auf das Geschäft mit den Kryptowährungen einlassen und ihren Nutzen daraus ziehen. Einige Banken werden zu spät verstehen was da gerade vor sich geht und einfach untergehen – schon alleine weil ihnen die Kunden davon laufen. Im Umfeld der Kryptowährungen gibt es viel Platz den bisherige Banken ausfüllen könnten – Börsen oder Miner oder ganz neu zu erschließende Gebiete. Wie immer wenn es um Geld geht ist die Schweiz hier Vorreiter. Dem sogenannten Crypto vallay im Kanton Zug entstammen schon jetzt die wichtigsten Ideen und Realisierungen wie beispielweise der Service shapeshift, Geldautomaten sowie die Anbindung von Behörden über die Bitcoin Suisse AG, das Ethereum Project, Wallet und Debit Card von Xapo, die Leistungen der Validity Labs AG und vielen anderen.

 

 

 

 

 

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Happy Birthday Asgardia

Friede sei mit Euch

Aus gegebenen Anlaß möchte ich noch allen Asgardians zur Gründung der Weltraum Nation Asgardia gratulieren. Heute ist der 1. Asgard des Jahres 0001 und damit der Gründungstag Asgardias. 

Ja auf Grund des künstlich auferlegten Zeitdruckes lief nicht alles so wie es hätte sein können aber immerhin ist die Kritik der Bürger ernst genommen wurden und hat zu Veränderungen der Verfassung sogar noch vor der Gründung geführt. Da nun auch Petitionen möglich sind sollte einer friedlichen Zukunft nichts mehr im Wege stehen. 

Ich wünsche uns allen gute Ideen und ein weltweites, konstruktives Zusammenwirken. Auch wenn viele von uns die Verfassung noch nicht akzeptiert haben weil noch anhängende Kritikpunkte existieren, so bin ich doch voller Zuversicht das nun klar ist in welcher Richtung eine mögliche Lösung zu suchen ist. 

Nichts destotrotz ist die Organisation und das Zustandekommen des internationalen Austausches schon jetzt ein Meilenstein in der Geschichte. Denn ich wage zu bezweifeln, dass je zuvor so viele Menschen weltweit einfach sich zur Gründung eines Staates zusammengefunden haben (Schon allein weil dies nur per Internet möglich wurde).  

Für alle die sich informieren wollen gibt es hier die Links zu den Domainen:

CryptoCoin Wallets – the wind of change

Motivation

Habe ich noch vor kurzem über Wallets die absoluten Basics geschrieben und bin dabei nur davon ausgegangen, dass man seine BitCoins sicher verwahren möchte so hat sich das gerade geändert. Der BitCoin hat zugelegt und die Anzahl der täglichen Transaktionen liegt am Limit. Dann plötzlich Einigkeit, man will was tun und zwar jetzt. Es gibt einen 2 stufigen Kompromis, keiner ist damit zufrieden und es liegt die Gefahr im Raum, dass nach Stufe 1 die 2. einfach boykottiert wird. Dann besteht die Gefahr von Gegenaktionen und einer Hardfork. Bei der ganzen Krise zeigt sich die Konstanz des Ethereum welcher nun so stark gewurden ist und ein Flipping herauf beschwören kann.

Was hat das mit Wallets zu tun? Ok, im Wallet sollen die Coins sicher liegen. Bisher kein Problem es ging um BitCoins und da gab es nur eine Kette. Aber jetzt muss man sich schon die Frage stellen: „Welche Coins“. Sollen es BitCoins sein? Heißen die morgen schon BitCoin classic? Kann ich das Wallet dann noch nutzen? Soll ich lieber komplet in ETH tauschen?Wo kann ich die dann speichern? Wie kann ich überhaupt tauschen? Brauch ich einen Account bei einer Börse wie Kraken? Was ist eigentlich ShapeShift und wozu brauch ich das?  Ne Menge Fragen und die Antworten gibt es schon lange, sie wollen nur gefunden sein.

Ganz klar also der Fall – heute will keiner mehr das Risiko eingehen und nur eine Währung in seiner Wallet verwalten können.

Begriffe im Umfeld von Wallets

  • Full Node Saugt die gesamte Blockchain herunter und validiert diese. Benötigt somit viel Zeit bevor das Wallet genutzt werden kann. Aktuell wird eine Größe von über 1 GB geladen und ausgewertet was durchaus eine Woche laufenden Rechner bedeuten kann.
  • Light Mode Wallet Führ die Validierung der Blockchain durch bestimmte Baumknoten durch. Es wird ein Server gefragt ob er zu bestimmten Knoten Hashes liefern kann. Diese sind speziell gewählt, so dass eine anhängende Transaktion verifiziert werden kann.
  • Asset Wallet Ein Wallet welches verschiedene Coin Arten speichern kann.
  • BitCoin Wallet Im Gegensatz zum Asset Wallet, nur geeignet zur Speicherung von Guthaben in der Währung BTC.
  • Multi-Sig Wallet Unterstützung für Gemeinschaftskonten (z.B. für Firmen oder Vereine). Es kann festgelegt werden wieviele Kontoinhaber existieren und wieviele Unterschriften von der Gruppe für eine gültige Transaktion benötigt werden. 2 von 4 heißt mindestens 2 Leute von den 4 Kontoinhabern müssen gegenzeichnen für eine abgebende Buchung.
  • Seed Es gibt Wallets welche jederzeit und an verschiedenen Orten aus einer festgelegten Anzahl von Wörtern wieder erstellt werden können. Somit sind die Guthaben nie verloren, solange die Wörter (der Seed) bekannt sind. Der Seed sollte niemals irgendjemanden gezeigt werden. Nur der Eigentümer selbst sollte den Seed kennen und die App darf den Seed auch nicht an einen Server senden. Beispiele: Trezor, Jaxx, Electrum, Mycelium, …
  • One-time Backup Das Konto kann jederzeit aus einem Seed wieder hergestellt werden.
  • Transaktion Fee Transaktionsgebühr, fällt in der Regel beim Mining an.
  • Paper Wallet  Ein Stück Papier auf dem sowohl der Private Key als auch der öffentliche Key eines Kontos aufgedruckt wurde. Jeder wer diese Keys besitzt kann über den Betrag des Kontos verfügen. Wer Ausversehen in einem Erklärvideo sein Paperwallet auf youtube veröffentlicht, kann sicher sein dass es binnen Minuten leer sein wird.

Kriterien bei der Wahl des Wallets

  • Node Art Praktikabel sind nur Light Mode Wallets
  • Coin Art In Zeiten in denen nicht klar ist welche Währung das Rennen macht sollte man sich für ein Asset Wallet entscheiden um möglichst viele Coin Arten zu unterstützen und auf Marktänderungen schnell reagieren zu können.
  • ShapeShift Integration Wallets mit ShapeShift Integration sind sehr praktisch da hiermit der Umweg über die Börse wegfällt und das Wechseln eines Coin in einen Anderen zum Kinderspiel wird. Shapeshift benötigt keinen Account sondern einfach nur Quell- und Zieladresse und die Quell- und Ziel Coin Art um den Wechsel durchführen zu können. Shapeshift arbeitet mit fixen Transaktions Feeds.
  • MultiSig für Unternehmen und Gruppen unverzichtbar für Einzelpersonen nice to have. Evtl. gibt es aktuell aber keine Wallet welche MutiSig und Multi Coin (Asset) zugleich unterstützt.
  • Backup veraltete Variante der Sicherung von Wallets bei der eine komplette Datei mit Schlüsseln und Providerzusätzen an einen anderen Ort (z.B. Festplatte) kopiert wird. Sollte nicht mehr benötigt werden und durch One-time Backup ersetzt werden (Wallets mit Seed).
  • Transaktion Fee Das Wallet sollte einen sinnvollen Vorschlag für einen Fee anbieten, evtl. sogar eine 3 stufige Voreinstellung gering, normal, viel. Der Fee sollte aber stets vom User anpassbar sein, falls er mal eine dringende Transaktion sofort durchbringen muss.
  • Dynamischer Fee Das Wallet sollte das nachträgliche Erhöhen des Fees einer Transaktion ermöglichen. Dies ist sinnvoll wenn die Transaktion hängen bleibt weil kein Miner sie will (Miner arbeiten bevorzugt Transaktionen mit hohen Fees ab, da damit ein höherer Gewinn zu erzielen ist).
  • PIN Schutz  Der Schutz des Wallets mit einer PIN ist der minimalste Schutz vor unberechtigten Zugriff. Darauf sollte auf keinen Fall verzichtet werden.
  • Display Keys Das Wallet sollte es ermöglichen die privaten und öffentlichen Keys sowie den Seed anzuzeigen. Nur sinnvoll wenn das Wallet mit einer PIN geschützt werden kann.
  • Import Paper Wallet Um Paperwallets nutzen zu können benötigt man eine Import Möglichkeit. Hat man nicht vor Paper Wallets zu nutzen ist diese Walleteigenschaft belanglos (Jaxx bietet beispielsweise Support).
  • Hardware Wallet Falls man Hardware Wallets (Trezor, etc. ) nutzen möchte sollte die App auch den Zugriff auf diese unterstützen. Da Coins nur im Cold Wallet, Hardwarewallet oder Paperwallet wirklich sicher sind, sollte man diese Option bevorzugen (Mycelium und Electrum bieten beispielsweise Support für Trezor).
  • Betriebsystem  Das gewählte Wallet sollte möglichst viele Betriebssysteme unterstützen, üblich sind: Linux, Windows, Mac, IOS, Android.
  • Open Source Wenn bei einengender Wahl der Wallets noch mehr als eins am Schluß übrig blieb, sollte man sich für das Open Source Wallet entscheiden. Einfach um die Vorteile von Open Source genießen zu können. Jeder kann es später weiterentwickeln falls der Entwickler stirbt und der Code kann von jedermann überprüft werden.

Meine persönliche Auswahl

Nur zur Info für welche Kombi ich mich entschieden habe – teils auch weil ich die Wallets schon besaß.

  • Hardware Wallet für sichere, langfristige Speicherung meiner Guthaben in BitCoin ist Trezor. Demnächst will ich prüfen ob ich dort auch andere Coin Arten lagern kann. Mit aktuellen Trezors scheint es zu gehen aber meinen hab ich schon ein paar Jahre. Mal schauen ob er upgradefähig ist.
  • Mycelium (Handy) und Electrum (PC und Handy)  um auf Trezor zugreifen zu können.
  • Jaxx ab heute um diverse Coin Arten in einer Wallet speichern zu können und über die Shapeshift Integration schnell wechseln zu können.
  • Zukünftig will ich Exodus für mein Linux Laptop prüfen. Exodus soll besser sein als Jaxx aber nur für PC verfügbar – Jaxx ist dafür nur fürs Handy verfügbar. Also ich bin gespannt.
  • Wirex Debit Card – Prepaid Visa Plastic Card auf Euro. Aufladbar mit diversen Altcoins. Ausgebbar überalls wo Visa akzeptiert wird 🙂

(Eure Auswahl und evtl. Gründe warum ihr Euch so entschieden habt – gern in die Kommentare – nutzt eigentlich jemand duniter als Coin?)

Siehe auch:

amnesty international

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Motivation

Beim Aufräumen ist mir ein Ausdruck aus dem Jahre 1991 in die Hände gefallen. Das Dokument ist mit Sicherheit nicht von mir verfasst worden. Wahrscheinlicher ist, dass ich es damals im Rahmen meiner Arbeit in der ai Gruppe Jena erhalten habe. Vielleicht stammt es von Ina, vielleicht auch von Roger welcher als Kontakt angegeben ist – ich weiß es nicht. Doch obgleich das Copyright nicht bei mir liegt, denke ich gibt es keinen Grund es nicht zu veröffentlichen. Letztlich, so war zumindest 1991 der Konsens, ist es wichtig Aufklärung zu betreiben und die Leute über ai zu informieren. Soweit ich mich erinnere war der Vortrag dazu gedacht an Schulen, Unis und weiteren Einrichtungen gehalten zu werden. 

Beim heutigen Lesen sollte allerdings beachtet werden, dass dieses Dokument aus dem Jahre 1991 ist und eben nicht unbedingt mehr den aktuellen Stand wiedergibt. Die konkrete Kontaktadresse aus dem Dokument habe ich auf Grund der aktuellen Datenschutzbestimmungen weggelassen. 

amnesty international

Ich möchte hier die Gefangenenhilfsorganisation amnesty international vorstellen. Zunächst werde ich etwas zur Gründung und zu den Aufgaben der Organisation sagen. Anschließend werde ich über die konkrete Arbeit einer amnesty Gruppe sprechen.

Am 28. Mai 1961 veröffentlichte der britische Rechtsanwalt „Peter Benenson“ in den bedeutendsten europäischen Zeitungen einen Aufruf zum engagiertem Eintreten für die Menschenrechte.

Mit diesem Aufruf begann die Geschichte amnesty internationals. Innerhalb einer Woche erhielt Benenson mehr als tausend Unterstützungsangebote, in denen die Bereitschaft kundgetan wurde, Informationen zu sammeln und zu veröffentlichen sowie an Regierungen heranzutreten. Es blieb nicht bei der damaligen Bürgerbewegung. Inzwischen gibt es 4200 ai-Gruppen in 70 Ländern mit über 1,2 Mill. Mitgliedern. Allein die deutsche Sektion betreute im März 1991 in den alten Bundesländern 584 Gruppen und 17 Gruppen in den neuen Bundesländern mit insgesamt 11578 Mitgliedern und 14255 Förderer. Die Arbeit amnesty internationals konzentriert sich auf:

  • die Abschaffung der Todesstrafe
  • die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen
  • und die Schaffung fairer Gerichtsverfahren.

Dabei beruft sich die Organisation auf die Artikel 3, 5 und 9 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Sie unterhält formelle Beziehungen zu den Vereinten Nationen, der UNESCO, dem Europarat, der Organisation für Afrikanische Einheit und der Organisation amerikanischer Staaten.

Amnesty ist eine unparteiische, politisch neutrale und demokratische Organisation. Ihr geht es einzig und allein um den Schutz der im jeweiligen Fall gefährdeten oder verletzten Menschenrechte, unabhängig von der ideologischen Ausrichtung der betreffenden Regierung oder der Überzeugung der Opfer. Sie ist weder eine Organisation, die sich mit der Reform des Strafrechts und Strafvollzugs auseinandersetzt, noch will sie den Bemühungen anderer Organe, die sich mit der Aufsicht über Haftanstalten spezifischer befassen, nacheifern. Im Zuge ihrer regulären Gefangenenarbeit sieht sie sich jedoch häufig zu der Forderung veranlasst, daß Gefangene unter angemessenen Bedingungen festgehalten werden, wie sie in den Mindestgrundsätzen der Vereinten Nationen für die Behandlung von Gefangenen ausgeführt sind. Die Tatsache, daß sich amnesty auf dem Gebiet der Menschenrechte auf ein bestimmtes Aufgabenfeld konzentriert, bedeutet nicht, daß die Rechte, mit denen sie sich nicht befaßt, weniger wichtig sind. Amnesty ist überzeugt von der Unteilbarkeit und der gegenseitigen Abhängigkeit aller Menschenrechte. Die Bewegung konzentriert sich auf ein von ihr abgestecktes Arbeitsgebiet, um so effektiv wie möglich zu sein und ihre begrenzten Mittel mit dem größtmöglichen Nutzen einzusetzen.

Wie arbeitet nun diese Organisation?

Die Hauptzentrale ist London. Dort befindet sich das internationale Sekretariat. Ihm sind die Sektionen der einzelnen Länder untergeordnet. Die Sektionen selbst bestehen aus verschiedenen ai-Gruppen. Die Gruppenarbeit ist sehr vielfältig. So gibt es jene die sich mit speziellen Gebieten oder Menschengruppen beschäftigen, wie zum Beispiel China, Brasilien oder Südafrika und andere die sich auf die Betreuung von Asylbewerbern spezialisiert haben. Das Hauptgebiet liegt jedoch in der Öffentlichkeitsarbeit.

Hier werden Unterschriften zu Petitionen gesammelt, Flugblätter verteilt, Informationsstände und -veranstaltungen durchgeführt sowie Filmabende, Podiumsdiskussionen und öffentliche Briefaktionen organisiert. In dem Zusammenhang sei an die zahlreichen Aktionen im Zusammenwirken mit der Friedensbewegung während des Golfkrieges erinnert. In dieser Zeit wurden in vielen Städten Mahnwachen errichtet, Protestbriefe an das Verteidigungsministerium geschrieben, Petitionen verfasst um den geplanten Einsatz deutscher Truppen zu verhindern und verschiedene Friedenscamps organisiert.

Ein weiteres großes Aktionsgebiet sind die URGENT Action. Hier werden von der Londoner Zentrale Flugblätter zu ganz speziellen Fällen herausgegeben. Auf diesen Blättern findet man dann genaue Informationen zur Person und den Aufruf sich mit Briefen oder Telegrammen für die Freilassung oder Begnadigung einzusetzen. Weiterhin sind vermerkt die anzuschreibenden Adressen, die Art der zu verwendenden Sprache sowie der letztmögliche Absendetermin. Gleichzeitig nimmt Amnesty diplomatische Beziehungen zu den entsprechenden Stellen auf. Die Erfolgsquote bei dieser Art der Hilfe liegt etwa bei 30% und ist damit sehr wirkungsvoll.

Die Arbeit in der Gruppe erfordert viel Initiative und Einfühlungsvermögen, aber auch Geld. So müssen Mieten für Büroräume, Materialkosten, Fahrtkosten und Verpflegung bei gemeinsamen Treffen wie auch der nicht unerhebliche Gruppenbeitrag an die Organisation von den Gruppen selbst getragen werden. Hier ist amnesty auf ihre Spender und Förderer angewiesen. In den alten Bundesländern ist dies eine recht gute Finanzquelle welche in den neuen Bundesländern kaum vorhanden ist. So müssen diese Gruppen ihre Finanzen durch Basare, Straßenaktionen, Spendenaufrufe und Materialverkäufe gewinnen.

Alle Spendengelder muß die betreffende Gruppe sofort an die deutsche Sektion in Bonn überweisen. Hiervon werden Anwälte, Medikamente, Schulgeld, Nahrungsmittel, Miete, Gefängnissbesuche, Decken und ähnliche Hilfsgüter bezahlt.

Sachspenden werden bei Materialverkäufen angeboten. Von ihrem Erlös muß eine Mehrwertsteuer an das Finanzamt abgeführt werden. Für alle Spenden wird eine Quittung ausgeschrieben. die der Spender beim Steuerausgleich geltend machen kann. Außerdem kann auch der Spendenempfänger eingetragen werden. Ist dies jedoch nicht der Fall wird die Spende bei den jeweils aktuellen Fällen eingesetzt. 

Zum Abschluß möchte ich noch die nächste Kontaktadresse amnesty internationals bekanntgeben:
Roger Dietze – Leipzig …

 

32C3

Der jährliche Weihnachtstress

Jedes Jahr das Gleiche, im Dezember zunächst der Run auf die Geschäfte um schnell noch die benötigten Geschenke zu besorgen. Dann die Sache mit dem Baum, das Geputze und die Familie ist in heller Aufregung. Dann noch das Besorgen der Weihnachtsgans und irgendwann liegen die Nerven blank. Jahr für Jahr die gleiche Leier und man fragt sich ob dies ewig so weiter geht. Und ja genau das wird es wenn man nix aktiv dagegen unternimmt. Dabei würde man sich doch gern auch einfach mal entspannt zurücklehnen und mit Freunden über Computer und drum herum quatschen. Doch welche Freunde haben schon über die Feiertege Zeit? Ganz abgesehen das ja die Familie auch was vom Papa haben will. Da hilft nur eins, ein Plan! Dieses Jahr geht es zu einem Congress von Computerbegeisterten und die Familie bekommt eine Woche Urlaub in der schönen Hansestadt Hamburg spendiert nebst Geld fürs Shopping. Das kann eigentlich nur gut ankommen und Bingo es ist ok.

Der Erstkontakt

Nachdem es dann wirklich geklappt hat und ich im Internet per google die richtige Seite des CCC gefunden habe war ich zunächst etwas verwundert über die spärlichen Informationen. Gut es war Oktober und wie ich aus der Presse wusste wird der Congress erst im Dezember zwischen Weihnachten und Silvester stattfinden. Doch zumindest war schon ein Eintrag zum Zeitraum zu finden. Also die Seite schnell gemerkt und einmal in der Woche besucht. Inzwischen ist es November und endlich gibt es Infos zu Congress doch wo bekommt man die Karten her? Egal, auf jeden Fall ist inzwischen klar es ist Hamburg und nicht Berlin und es findet vom 27.122015 bis 30.12.2015 statt. Damit lässt sich das Hotel schon mal reservieren. Wo genau? Hamburg-Dammtor in der Nähe des CCH. Es gibt sogar Züge die von Nürnberg bis Dammtor ohne Umstieg durchfahren.

Dann endlich ist es auch möglich Tickets im Internet zu ordern. Die Preisgestaltung ist vielfältig, jeder soll so viel zahlen wie er möchte. Nicht subventionierte Tickets beginnen bei 130€ Als Jugendlicher kommt man auch schon mal kostenlos rein. Inzwischen ist es Ende November – ich hätte nie gedacht das so ein riesiges Event so kurz vor Termin erst seine Tickets verkauft. Nun gut mein Ticket ist schnell bestellt aber der Download ist wohl erst kurz vor Beginn möglich. Also wieder warten. Nach ca. einer Woche sind die Tickets ausverkauft. Wenn später der Download nicht funktioniert habe ich keins 😦

Auch diese Seite war sehr schlicht gehalten. Langsam kommen mir Zweifel? War das wirklich die richtige Seite? War es ein Phishing? Ich prüfe den URL – da steht eindeutig ccc hinten aber das heißt ja nix. Jetzt muss noch die Domain stimmen. Ist es org, de, net oder welche ist die offizielle? Ich bin ratlos und hoffe einfach auf mein Glück. Im schlimmsten Fall habe ich 130€ verloren – das werde ich überleben!

Inzwischen habe ich das Hotel mehrmals umgebucht und bin so von insgesamt 1500€ auf etwa 1000€ gekommen. Zu meiner Freude funktioniert jetzt auch der Download Link für das Ticket. Inzwischen sind es nur noch 2 Wochen bis Weihnachten. Unsere beiden Katzen haben für die Zeit des Kongresses auch eine Unterkunft gefunden. Leider zwei Einzelzimmer für insgesamt 360€. Hoffentlich behagt ihnen der Luxus. Es war die einzige Pension in Nürnberg welche überhaupt noch Plätze frei hatte. Zwischenzeitlich habe ich im Netz auch eine Abfrage gefunden in welcher man sich für die einzelnen Sessions registrieren kann. Das ganze nennt sich Fahrplan. Das Ergebnis meiner Auswahlen habe ich vorsichtshalber mal ausgedruckt.

Es geht los

Gestern sind wir in Hamburg Dammtor angekommen und haben unser Hotel bezogen. Heute geht es nun also los. Meine Familie will sich den Hafen anschauen und ich gehe rüber zum Congress. Es ist gegen 09:00 als wir einen kurzen Blick ins CCH werfen. Es wuseln viele Leute durch die Gegend und auch eine schon etwas längere Schlange hat sich gebildet. Ich vermute das sind die Leute welche keine Tickets mehr bekommen haben und nun noch auf den Vorortverkauf hoffen. Wir gehen wieder und ich schlendere noch eine Weile mit meiner Familie in Richtung Bahnhof. Letztlich verabschieden wir uns und ich gehe zurück zum CCH.

Hier ist die Schlange inzwischen stark angewachsen und nein die Leute in der Schlange wollen keine Tickets kaufen. Sie haben alle genau wie ich bereits ihre Tickets und benötigen nun die konkrete Eintrittskarte – ein Bändchen. Also stelle ich mich an. Entgegen meiner Erwartungen geht es recht zügig voran und nach ca. 15 Minuten bekomme ich mein Bändchen. Dieses wird mir von einem Engel auch gleich so angetackert das es die nächsten 3 Tage durchhält. Ab jetzt heißt es sich in die Atmosphäre einleben und das Vokabular herausfinden. Den ersten wichtigen Begriff habe ich gerade erwähnt – Engel. Davon scheint es hier eine Menge zu geben und ihre Aufgaben scheinen vielfältig zu sein. Zum einen sorgen sie für Ordnung zum anderen helfen Sie Leute die ihre Sachen nicht mehr finden oder verloren haben oder auch bei anderen Problemen. Sie kennen sich im Gebäude aus und wissen auch wo die Toiletten zu finden sind. Wenn Engel selbst Hilfe benötigen finden sie sich im Heaven (Himmel) ein. Die Beschilderung erfolgt hier häufig in English aber man kommt auch ohne English durch. Im Bedarfsfall sucht man den Infodesk einfach etwas öfter auf. Als erstes wird mir dort geraten 2 Apps aus dem Android App Store zu installieren. Einmal den 32c3 Navigator und den 32c Fahrplan. In Letzterem findet man die geplanten Vorträge, Ersterer berechnet die Routen von einem Raum zum Nächsten – mit Bildchen welche aber nicht ganz intuitiv sind. Damit läuft der erste Tag wie am Schnürchen. Die 32 so erfahre ich steht für den 32. Congress.

Das Defragmentieren

Da mich niemand hetzt suche ich mir für den ersten Tag diverse Vorträge  aus meinem heimischen Fahrplanausdruck die ich besuchen wollte und gehe dort hin. Das erste woran man sich bei Vorträgen gewöhnen muss ist das defragmentieren. Ich bin ein Mensch der sich nicht gern in Menschenmengen befindet sowie immer eine Toilette in der Nähe wissen muss um sich wohl zu fühlen. So  suche ich in allen Veranstaltungen immer Randplätze welche direkt an einem Gang oder Fluchtweg liegen. Daher war das Defragmentieren für mich gar nix und ich brauchte eine Strategie wie ich einen stabilen Platz bekam. Zum Hintergrund sei gesagt, die Veranstaltungen werden erwartungsgemäß sehr gut besucht. Deshalb ist meist auch kein Platz mehr frei und aus Sicherheitstechnischen Gründen sind die Gänge und Fluchtwege natürlich frei zu halten – darum kümmern sich auch wieder Engel. Beim Defragmentieren werden nun also die Randbereiche eines Raumes gebeten sich zu erheben und solange in Richtung Zentrum zu gehen bis jeder einen Platz hat ohne einen leeren Nebenplatz. Irgendwann werden dann die Türen geschlossen – jetzt lassen die Engel keinen mehr rein. Alle die noch einen leeren Platz neben sich finden heben dauerhaft die Hand bis die Leute welche noch durch die Gänge irren den Platz besetzen. Wenn keine Hand mehr oben ist werden die Leute aus den Gängen gebeten den Raum zu verlassen. Nun beginnt die Veranstaltung. Erstaunlicherweise meist sogar pünktlich oder höchstens 2 Minuten verspätet. Die Organisation ist wirklich perfekt. Der mittlere Bereich wird übrigens auch defragmentiert aber hier kann man vorher nicht sagen in welche Richtung geshiftet wird. Nach meiner ersten Veranstaltung wusste ich also welche Plätze nicht defragmentiert werden – Sitzordnung gehackt würde ich sagen 😉

Und nun wohin?

Mir scheint, dass auf dem Congress für jeden etwas dabei ist, allerdings muss man sich erstmal in die Begrifflichkeiten einfinden.  Da gibt es also Vorträge – das war einfach herauszufinden.

Dann gibt es Shared Tables – also Tische die von jedem genutzt werden können und an denen sich auch Stromverteiler befinden. Diese füllten sich so nach und nach mit Leuten von denen ich immer das Gefühl hatte, sie würden sich irgendwie schon kennen. Das stimmte aber nur zum Teil.

Denn offensichtlich gab es auch Chaospatinnen welche dem Neuling erste Hinweise gaben was wie funktioniert und dabei gleich mehrere Neulinge zusammen brachten. Leider war für mich nicht zu erkennen wer eine solche Patin war und ich musste irgendwelche Leute fragen die eigentlich ganz andere Dinge tun wollten als einen Neuling beraten und auch die Engel waren für mich nicht besonders kenntlich – außer der Eine der die Bänder antackert 🙂 der hatte rosa Häschenohren auf das fand ich cool 🙂 Naja die Leute vom InfoDesk kannten mich dann auch bald persönlich 🙂  

Am zweiten Tag sass ich dann auch bei den Shared Tables und bemerkte das die Leute am Tisch noch zu Workshops gingen. Diese waren wohl im Wiki findbar welches ich aber nicht aufrufen konnte. Da auch der InfoDesk meinte, dass das Wiki schon den ganzen Tag offline ist wunderte ich mich sehr, dass die Anderen lesenden Zugriff erhielten. Später im Hotel beim nächsten Frühstück erfuhr ich von jemanden, dass das Wiki wohl auch gespiegelt wurde und so Zugriff möglich war.

Gut mir nutzte das erstmal nix und ich suchte nun die Workshopräume direkt auf und fand vor jedem einen Zeitplan. Bald musste ich erkennen das ich nicht der Einzige war der sich für Verschlüsselung interessierte und befand mich plötzlich in einem zum Bersten gefüllten Raum mit Sitzplatz im Gang an der Erde – das letzte Mal sass ich vor ca. 20 Jahren so in einer Vorlesung. Ich wusste nicht wie lange die Veranstaltung gehen würde, meine Nachbarn sprachen erwartungsgemäß wieder nur english und ich wusste die Art zu sitzen halten ich ca. 30 Minuten aus. Also hab ich meinem rechten Nachbarn einfach immer wieder das Wort duration an den Kopf gewurfen bis er nach diversen Antworten eine kurze fand in der nur two hours enthalten war. Ich konnte den Platz noch vor Beginn der Veranstaltung jemanden anders überlassen 🙂

Als Letztes vielen mir noch viele Assemblies auf. Aus meiner Sicht waren das so eine Art Bastelstände. Jemand beschäftigte sich zu Hause offensichtlich mit einer Idee und fing an dabei etwas zu basteln. Dann schleppte er es zum 32C3 und zeigte es anderen Interessierten oder bastelte mit Anderen daran weiter. Im Prinzip stellt sich die Situation wie auf einer Messe es bedarf anfangs ein wenig Mut die Leute anzusprechen, da man zunächst ein Einstiegsthema braucht und nicht an jedem Stand das Thema direkt erkennbar ist aber dann läufts 🙂

Zusammenfassend lässt sich sagen für einen über 40 jährigen Neuling ist der Einstieg nicht gerade leicht aber machbar. Es geht immer irgendwie weiter, da die Leute alle sehr hilfbereit sind. Problematisch für mich war natürlich das viele gar kein Deutsch reden und ich kein English aber gut das ist kein Massenproblem 🙂 Auf jeden Fall werde ich wieder mal hinfahren aber dann nehme ich mir auch was zum basteln mit. Wenn man selbst was zeigt findet man vermutlich noch viel leichter gezielten Gedankenaustausch über interessierende Themen.

Meine Highlights

(Erst ab 15:09 gibt es wieder Ton)


 

 

DDR – Abschaltung des DFF und Start des MDR Fernsehens

Hulus Musik

Historischer Hintergrund

In der DDR gab es zu meiner Zeit (geboren 1968) 2 Fernsehsender – die Sender DDR I und DDR II. Viele Menschen bauten große Antennen auf ihre Häuser (gegen 1985 schlossen sich sogar ganze Siedlungen zum Antennenbau zusammen – unter Duldung des Staates) und richteten diese gen Westen – konkret Brocken oder Westberlin. Damit ließen sich dann noch ARD und ZDF empfangen. Wer richtig Glück und eine gute weitere Antenne besaß konnte auch noch irgend ein 3. Westprogramm empfangen.

Da es in der DDR zu dieser Zeit weder Werbung (bis auf ganz spezielle Ausnahmen welche den ausländischen Gästen gewidmet waren)  noch Programmzeitschriften gab, versammelte sich die halbe Republik Sonntags vor dem im allgemeinen Schwarz/Weiß Fernsehen und schrieb das Westprogramm mit. Da es unmöglich war in dem Tempo alles aufzuschreiben hatten wir in unserer Familie es so organisiert, dass jeder das aufschrieb was ihn selbst interessierte – wer nicht…

Ursprünglichen Post anzeigen 561 weitere Wörter

Paketversand heute: Amazon – Hermes

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Motivation

Da in den letzten Jahren der Internethandel stetig zugenommen hat, haben auch die Paketlieferdienste an Bedeutung gewonnen. Da der Markt heiß umkämpft ist und die Arbeiter in dieser Branche offensichtlich ohne Skrupel ausgebeutet werden, halte ich es für sinnvoll ab und an einen Blick auf diesen Markt zu werfen und persönliche Erfahrungen und Begebenheiten auch anderen Menschen mitzuteilen.

Worum geht es?

Ich habe bei Amazon ein Tablet gekauft und es etwa einen Monat genutzt. Dabei gab es Tage an denen es einfach nicht mehr anging obgleich es die ganze Nacht am Ladegerät gehangen hat. Letztlich bat ich Amazon um einen Umtausch des Ladegerätes, da ich den Defekt dort vermutete – Amazon war aber so freundlich und bot mir gleich den kompletten Umtausch an. Die Dame an der Hotline sprach zwar akzentuiertes Deutsch schien mich aber sehr gut zu verstehen und schickte mir eine eMail mit dem Link zum Selbstausdrucken der Retoure Scheine. Beim Ausdruck bemerkte ich auf dem Schein das Logo von Hermes.

Bisherige Erfahrungen mit Lieferdiensten

Ich bestelle schon seit vielen Jahren bei Amazon und werde von verschiedensten Paketlieferdiensten beliefert. Da mein Name Schubert ist und der Name unserer Nachbarn Schobert waren die ersten Komplikationen vorprogrammiert und zwar bei allen Lieferdiensten. Nachdem ich dann aber genügend Beschwerden je Lieferdienst eingereicht und auf den Umstand des ähnlichen Names explizit hingewiesen habe nahm die Anzahl der Probleme ab. 

Bisherige Erfahrungen mit Hermes

Mit Hermes gab es nur am Anfang Probleme. Die Pakete wurden immer beim Nachbarn abgegeben – der war dann nicht da als ich das Paket holen wollte oder aber das Paket stand einfach im Treppenhaus. Hier muss ich erwähnen, dass meine Frau Invalidenrentnerin ist und den ganzen Tag zuhause angetroffen werden kann. Es gibt also keinen Grund Pakete beim Nachbarn zu hinterlegen. Nach einigen Beschwerden wechselte der Zusteller. Nun beliefert uns ein älterer Herr beim dem offensichtlich noch Qualität vor Masse zählt und mit dem wir auch jetzt schon seit einigen Jahren sehr zu frieden sind.

Die Paketshops von Hermes

Wie beschrieben wollte ich mein Tablet nun zurücksenden und auf dem ausgedruckten Etikett prangte das Hermes Logo. Da ich noch nie ein Paket von einem Hermeshop abgeholt oder dort versendet hatte, wusste ich auch nicht wo sich ein solcher befindet. Meine Hoffnung war das Paket trotzdem in der nächstgelegenen Pakstation loszuwerden. Es war Samstag Nachmittag gegen 14:00 Uhr und für gewöhnlich haben in Nürnberg die kleineren Läden zu dieser Zeit schon zu. Daher wäre die Pakstation eine willkommene Lösung. Leider nahm diese das Paket nicht an da DHL und Hermes offensichtlich nicht kompatibel sind. 

Also zückte ich mein Handy und suchte den nächsten Shop – eine Änderungsschneiderei – ganz in der Nähe. Leider hatte diese schon geschlossen. Also wieder das Handy raus und die nächsten Shops ermittelt – diesmal aber gleich mit Öffnungszeit obgleich das bei 3G entsprechend lange dauert. Bei der Suche stellte ich fest, dass viele Shops gar nicht mehr existieren oder die Öffnungszeiten nicht stimmten. Kurz vor 18:00 Uhr stand ich dann in der Nürnberger Südstadt in einem Laden der ein Hermes Paketshop sein sollte aber keiner war. 

Der OMV Hermes Shop

Mein letzter Treffer auf google maps war eine OMV Tankstelle in der Nähe des Rathenauplatzes. Diese sollte auch als Hermes Paketshop fungieren und sogar bis 00:00 Uhr geöffnet haben. 

Es stand eine ganz schöne Schlange aber der Angestellte war freundlich und nett. Ich hielt mein Paket und fragte ob ich hier ein Hermes Paket aufgeben kann. Der Angestellte bejahte dies. Dann sagte ich: „Können sie das bitte so machen das ich eine Trackingnummer für das Paket bekomme, ich brauche unbedingt eine Trackingnummer dafür und ich weiß nicht ob das aktuelle Retouren Etikett auch mit Tracking ist.“ Ja wurde mir erwidert und ich gab das Paket hin. Der Angestellte zog kurz den Scanner drüber lies eine Quittung raus und gab mir diese. Ich fragte: „Ist da jetzt eine Trackingnummer dabei?“ Daraufhin fragte der Angestellte zurück: „Was für eine Trackingnummer?“ Ich: „Na so eine Nummer mit der ich zuhause ins Internet gehen kann und sehen kann wo sich das Paket befindet.“ Daraufhin bekam ich die Antwort: „Das ist eine Quittung da ist auch eine Quittungsnummer drauf, da können Sie auch im Internet schauen wie das Paket transportiert wird wenn ihnen das Spass macht.“

Spätestens jetzt war mir klar das der Angestellte gar nix verstanden hatte. Er dachte offensichtlich ich würde mir einen Spaß daraus machen im Web zu schauen ob die bei Hermes auch was tun. Das das Ganze versicherungstechnische Gründe hat und ich bei Verlust ungern selbst die 300€ zahlen möchte welche ich ja beim Kauf des Gerätes auch schon mal gezahlt habe, das scheint in dem Land aus dem der Angestellte kam wohl keine Rolle zu spielen. Eben die so oft gelobte südländische Lockerheit welche scheinbar nur ich in diesem Lande so hasse. 

Per Handy habe ich dann schon mal versucht die Nummer in der Sendungsverfolgung einzugeben aber auf Grund der schlechten WLAN Infrastruktur im Land (bedingt durch die Störerhaftung in Deutschland) gelang mir dies natürlich nicht per Handy. Zu Hause angekommen prüfte ich es über meinen DSL Anschluss und welch Wunder – ein Tracking war nicht möglich. Das Display zeigte nur „Es ist ein Fehler aufgetreten – bitte versuchen Sie es später…“ Da sich dies auch am nächsten Sonntag nicht änderte bleibt mir nur zu hoffen, dass das Paket ankommt. 

Einordnung in die politische Lage

Das Problem bei dem ganzen Sachverhalt sind offensichtlich Verständigungsschwierigkeiten zwischen Angestellten und Kunden die auf sprachlich- kulturelle Unterschiede zurück zuführen sind. Und da stelle ich mir inzwischen auch die Frage ob wir wirklich soviel Arbeiter aus dem Ausland ins Land holen müssen um die Dinge für die paar Deutschen die hier noch leben herzustellen oder ob wir nicht die ganzen Arbeiter aus dem Ausland brauchen um die Dinge für die bereits ins Land geholten Arbeiter und ihre Familien herzustellen. Ich finde es jedenfalls befremdlich wenn man im eigenen Land ein Fremder ist weil die Angestellten mit Kundenkontakt wie Verkäufer oder Zusteller einfach kein Deutsch mehr verstehen oder den Sachverhalt und die Bedeutung nicht blicken weil es diese Art Probleme in ihrem Kulturkreis überhaupt nicht gibt. Und wenn man dann offen behauptet als Deutscher von Ausländern im eigenen Land diskriminiert zu werden wird einem dann ein 0,x Promille Satz vorgerechnet und behauptet es gäbe kaum Ausländer im Land. Nur vergaß man dabei zu erwähnen das die meisten 2 Staatsbürgerschaften besitzen und damit dann auch als Deutsche zählen. Oder wie erklärt man sich die Situation das es kaum Ausländer in Deutschland gibt aber jede 2. Person auf der Strasse kein Deutsch spricht?

Ich habe in der DDR lange mit Vietnamesen zusammen gearbeitet und im gleichen Wohnheim gelebt und wir haben uns immer gut verstanden. Das lag vermutlich auch daran das diese sich stets wie Gäste gefühlt und auch wie Gäste benommen haben. Es war immer ein gutes Verhältnis. Eine Politik wie sie aktuell von der deutschen Regierung als „Willkommens Politik“ praktiziert wird, kann ich einfach nicht gut heißen, denn die ins Land geholten Leute betrachten sich nicht als Gäste sondern als Deutsche und wollen einfach alles so haben wie in ihrem Land nur mit dem sozialen Luxus der Deutschen. Mir als ursprünglichen Bürger diesen Landes entstehen dadurch immermehr Unanehmlichkeiten und von mir wird immer mehr Anpassung gefordert.

Das hätten wir uns 1990 alles ersparen können! Viele meiner Generation waren für den 3. Weg. Unsere Generation hat die Revolution begonnen und unsere Eltern haben einfach den Ausgang entschieden – Besatzung durch den Westen. Wir mussten uns an die westliche Kultur anpassen und nun auch noch an die Südländische –  Hauptsache den anderen Generationen geht es gut – Vielen Dank.