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BitCoins ausgeben mit der Wirex Debit Card

Motivation

Wer sich für BitCoins interessiert und auch mal probehalber welche auf z.B. bitcoin.de erworben hat, diese wie in BitCoins sicher speichern beschrieben verwahrt, fragt sich relativ schnell: „Wo kann ich damit einkaufen?“. Nach einer Weile finden sich dann schon Möglichkeiten wie Edeka Online aus Hamburg oder MS Points oder man schaut in meinem Post BitCoins in der Praxis nach. Doch so richtig praktisch ist das ganze nicht, da ich nicht einfach sagen kann: „Halt das ist doch woanders billiger da kaufe ich doch lieber dort!“ Dort muss man dann aber wieder mit Fiat Währungen wie dem Euro bezahlen. Da wäre es doch gut wenn man eine Plastekarte hätte welche mit BitCoins aufzuladen geht und die sonst wie eine Prepaid Kreditkarte funktioniert und fast überall akzeptiert wird. Gibts!

Wirex Debit Card

Im Internet finden sich sehr viele Anbieter von BitCoin basierten Kreditkarten. Aus der Fülle gilt es auszuwählen und ich habe nicht sehr viel Zeit (also nur einen Tag) mit Recherche verbracht. Mir begegneten anonyme Visa und Mastercards welche von Zahlungsdienstleistern angeboten und beispielsweise mit einer Bank in Polen verbunden waren. Dort fand ich einen Passus – sorry aber wenn die Karte gesperrt ist bitte an die Bank wenden. Diese Art von Anbietern habe ich aussortiert. Vielleicht lohnt sich später mal ein erneuter Blick wenn ich etwas Erfahrung gesammelt habe. Von den vielen seriösen Anbietern habe ich mich für Wirex entschieden weil die Onlineseiten komplett in Deutsch gehalten waren. Das dürfte bei Problemen ein enormer Vorteil sein, weil ich davon ausgehe, dass der Support vermutlich auch deutsch spricht.

Zunächst haben mich mal die Konditionen interessiert. Also kostenlos ist sie nicht – jeden Monat wird auf jeden Fall ein € fällig und Bargeldabhebungen am Automaten kosten Gebühren – egal fürs erste, ist ja nur zum Ausprobieren. Bei der Auswahl der Karte ist eine Kombination aus folgenden Entscheidungen zu treffen

  • Virtuell (Visa) oder Plastik (Mastercard)
  • Verifiziert (Paypal aufladbar und höhere Limits) oder Nicht Verifiziert (enge Limits)
  • Auszahlungswährung: €, $ oder £

Je nach Kombination gelten andere Regeln und Limits für die Karten. Dabei wichtig zu beachten, die virtuellen Karten sind praktisch nur im Internet einsetzbar – vermutlich erhält man nur Daten zu einer Kreditkarte – die nicht verifizierten haben knappe Limits und wirklich anonym sind sie alle nicht, da man sich am Portal registrieren muss und eine Anschrift für die Zustellung benötigt wird.

Ich habe mich für die nicht verifizierte Version der Plastik Karte mit Auszahlungswährung Euro entschieden. Bei der Bestellung konnte ich den auf der Karte stehenden Namen frei wählen – davon habe ich Gebrauch gemacht und mir einen Phantasiename zugelegt. Unterschrieben habe ich auf der Rückseite mit meinem richtigen Namen und der Unterschrift wie sie auch auf meinem Personalausweis verzeichnet ist. Nun stimmt halt der Name auf der Karte nicht mit der Unterschrift überein. Ein kleiner Feldversuch wird zeigen wie sich das in der Praxis auswirkt.

Kleine Anmerkung noch warum ich das mit dem Namen gemacht habe. Ich finde es relativ doof wenn man an einer Kasse mit Karte bezahlt und hinterher der Verkäufer durch den halben Laden ruft „Einen schönen Tag noch Herr Schubert“. Persönliche Ansprache mag an anderer Stelle im Leben für Respekt stehen aber in der Öffentlichkeit steht diese Art eher für „Mir ist das Datenschutzgesetz Scheiß egal, ich sag trotzdem allen wie Sie heißen.“.

Noch eine kurze Anmerkung zur Karte. Pro Person dürfen maximal 6 Karten bestellt werden und zwar pro Kombination der Punkte oben exakt nur eine z.B. Plastic/Verifiziert/EUR = 1 Karte.

Einsatz in der Praxis

Als erstes habe ich bei Wirex einen Account erstellt. Obacht die ändern gerade ihr komplettes Corporate Design (vermutlich weil die Zieldomain vergeben war). Also immer schön lesen ob es sich um die richtige Firma handelt – sie haben mehrere Accounts e-coin.io und app.wirexapp.com etc. Die app.wirexapp.com scheint die neue Zieldomain zu sein – zumindest leiten die Anderen inzwischen dorthin.

Danach habe ich von meinem Trezor einige BitCoins auf die BitCoin Adresse meines Wirex Accounts überwiesen. Das ging recht zügig wie man das bei BitCoins halt gewöhnt ist. Ein paar Minuten später habe ich über den Account dann meine Debit Card gekauft. Nun vergingen ein paar Wochen und dann traf meine erste (selbst gewollte und nicht irgendwie von einer Bank hinterher geschmissene) und neue Kreditkarte bei mir ein 🙂 Das allein war ein erhebendes Gefühl weil darauf wirklich mein Phantasiename zu lesen ist.

Jetzt habe ich im Internet nach Signaturgesetzt und Unterschrift etc. gesucht und recherchiert – ok etwas spät aber so war es 🙂 Denn mir war nicht klar wie ich unterschreiben soll: Mit meinem Namen oder mit dem Phantasienamen? Ich habe die Gesetze in Deutschland so interpretiert, dass ich immer wenn es um die Feststellung einer Identität geht mit dem Schriftzug vom Personalausweis unterschreiben muss um keine Urkundenfälschung zu begehen. Also hab ich das getan – mit meinem echten Namen unterschrieben.

Versuch 1 – Laden der Karte

Zunächst wollte ich die Karte mal aufladen. Das funktioniert über eine App im Handy oder auch über den Account der Webseite. In dem Moment in dem ich meine Karte mit BitCoins von meinem Wirex Account lade, werden die BitCoins zum aktuellen Wechselkurs verkauft und in die gewählte Fiat Währung (bei mir Euro) gewechselt. Also auf der Karte sind keine BitCoins mehr sonder nur noch Fiat Währung. Das kann sowohl Nachteil als auch Vorteil sein, weil man ja die Umwandlung von BitCoin zu Euro auch ganz bewußt abhängig vom Wechselkurs durchführen kann. Wenn man sich geschickt anstellt, nimmt man da noch einen kleinen Gewinn von wenigen Cents mit 🙂

Das Laden der Karte habe ich zunächst vorsichtig mit einem Betrag von 11 € durchgeführt (10 € ist der Mindestbetrag zum Betanken der Karte). Danach nochmal mit 16 € und dann war auch schon das Limit erreicht – 2 mal am Tag ist aufladen erlaubt bei nicht verifizierten Karten, mehr geht nicht. Aber die 27 € reichen natürlich um mal zu testen ob der Geldautomat damit schon was anfangen kann.

Die PIN der Karte

Um das aufgeladene Geld auch wieder verbrauchen zu können wird man wohl eine PIN eingeben oder eine Unterschrift leisten müssen. Daher habe ich mir die PIN per eMail zusenden lassen. Das finde ich ein echtes Manko der Karte. Erstens weil ich nicht wie ich das von anderen Karten (z.B. EC Karte) gewöhnt bin meine PIN selbst festlegen kann. Zweitens weil die PIN per eMail – also höchst unsicher – verschickt wird. Eine von mir bevorzugte Alternative wäre die Anzeige der PIN im Browser auf der Webseite nach erneuter Eingabe des Account Passwortes. Nunja ist halt nicht so – sollte aber dringend so werden.

Versuch 2 – Auszahlung am ATM

Ein paar Häuser von meiner Wohnung entfernt befindet sich eine Commerzbank, da bin ich nach dem Aufladen der Karte gleich rein. Im Gepäck die Karte und die PIN und viel Hoffnung. Also Karte rein Auszahlung 20 €, PIN rein und läuft 🙂 Offensichtlich dauert es nicht lange bzw. gar keine Zeit bis die BitCoins auf der Karte als Euro wirklich verfügbar sind.

Versuch 3 – Bezahlen an der Tanke

Es ist Feiertag und nix los an der Tanke also ideal um dort mal Bier zu holen (wir lernten bereit max. 4 Flaschen sind in Bayern erlaubt). Also hin zur Tanke und diesmal im Gepäck meine Debit Card, die PIN und meinen Personalausweis und Bargeld falls es Probleme gibt. Bier gekauft, Zahlung mit Karte, Karte rein, PIN rein – läuft 🙂 Der Name hat hier erstmal keinen interessiert 🙂

Versuch 4 – Zeitungsabo im Internet

Als nächstes habe ich ein Abo der DWN im Internet abgeschlossen. Nach der Eingabe aller Daten – also auch der Kartendaten – ploppte ein modaler Dialog hoch indem ich nochmals die Kartendaten eintragen sollte. Da es nach Cancel tatsächlich nicht weiterging hab ich diesen Dialog ausgefüllt und auf Weiter geklickt. Dann kam die 2. Seite vom Dialog auf der ich irgendwelche AGBs akzeptieren sollte und mich freuen sollte das dies alles kostenlos ist und ich sogar noch eine Sicherheitsnummer vergeben darf, die ich mir total wichtig merken soll und die ich vor allem gar nicht möchte. Das war dann der nächste Punkt an dem ich Cancel drückte. Der Dialog verschwand und oh Wunder, diesmal ging es weiter. Vermutlich irgendein „Sicherheitsfeature“ von MasterCard. Für mich zählt sowas aber zu Phishing und wird prinzipiell nicht bestätigt. Wie auch immer, es dauerte ein paar Tage und die Überweisung erschien in der App. Entweder erst so spät weil das Osterwochenende dazwischen lag und die erst abbuchen mussten oder aber halt weil die Abbuchung von der Zeitung einfach nicht sofort vorgenommen wird. Jedenfalls habe ich das Abo erfolgreich abschließen können. Alles was ich benötigte waren die Daten auf der Karte also Kartennummer, Halter, und Prüfziffern.

Anschließend hab ich gemerkt, dass der BitCoin Kurs mal wieder schön hoch stand und hab gleich ein paar BitCoin aus meinem Trezor auf den Wirex BTC Account überwiesen, dann auf die Debit Card transferiert und dabei zum guten Kurs in Euro getauscht 🙂 War ein schönes Gefühl 🙂

Versuch 4 – Einkauf im Norma

In meinem Wohnbezirk finden sich Einkaufsmöglichkeiten von Edeka, Netto, Norma und Marktkauf. Heute brauchte ich Katzenstreu aus dem Norma und das war eine gute Gelegenheit mal die Debit Karte zu erproben. Ging anstandslos wie mit einer EC Karte. PIN Aufforderung, PIN Eingabe und fertig. Die Display Ausschrift ist komischerweise immer in Englisch, liegt vermutlich daran, dass Wirex eine englische Firma ist. Bei der Tanke war auch schon alles in Englisch – ist ja gar nix für mich aber naja – muss man durch.

Versuch 5 – ÖPNV Nürnberg

Tickets lösen am VAG Automaten bisher kein Problem – PIN eingeben und erledigt. Die DB Automaten wollten die Karte allerdings nicht akzeptieren – sie bestanden auf EC Karte. Das finde ich besonders ironisch, da die Bahn im Zug keine EC Karte akzeptiert und ausdrücklich Kreditkarten verlangt – was ich gelinde gesagt als Frechheit empfinde, dass eine deutsche Firma mit 50% Staatsbeteiligung das EU eigene Bazahlsystem nicht akzeptiert und stattdessen auf US / Canadische Systeme setzt. Für die Bahn muss also jeder Bürger eine EC- sowie eine Kreditkarte besitzen wenn er sowohl am Bahnhof als auch im Zug bezahlen möchte.

Versuch 6 – Gesundheitswesen

In Nürnberg in der Erler Klinik und in meiner nahegelegenen Apotheke konnte ich mit der Karte nicht zahlen, diese erfordern EC Kartenzahlung.

Versuch 7 – REWE to Go

Am Nürnberger Hauptbahnhof gibt es einen REWE to Go, dort konnte ich anstandslos mit der Karte bezahlen – PIN eingeben und fertig.

Anmeldung

https://app.wirexapp.com/join/VG_haI1iCE6tauk311EWIQ

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