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amnesty international

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Motivation

Beim Aufräumen ist mir ein Ausdruck aus dem Jahre 1991 in die Hände gefallen. Das Dokument ist mit Sicherheit nicht von mir verfasst worden. Wahrscheinlicher ist, dass ich es damals im Rahmen meiner Arbeit in der ai Gruppe Jena erhalten habe. Vielleicht stammt es von Ina, vielleicht auch von Roger welcher als Kontakt angegeben ist – ich weiß es nicht. Doch obgleich das Copyright nicht bei mir liegt, denke ich gibt es keinen Grund es nicht zu veröffentlichen. Letztlich, so war zumindest 1991 der Konsens, ist es wichtig Aufklärung zu betreiben und die Leute über ai zu informieren. Soweit ich mich erinnere war der Vortrag dazu gedacht an Schulen, Unis und weiteren Einrichtungen gehalten zu werden. 

Beim heutigen Lesen sollte allerdings beachtet werden, dass dieses Dokument aus dem Jahre 1991 ist und eben nicht unbedingt mehr den aktuellen Stand wiedergibt. Die konkrete Kontaktadresse aus dem Dokument habe ich auf Grund der aktuellen Datenschutzbestimmungen weggelassen. 

amnesty international

Ich möchte hier die Gefangenenhilfsorganisation amnesty international vorstellen. Zunächst werde ich etwas zur Gründung und zu den Aufgaben der Organisation sagen. Anschließend werde ich über die konkrete Arbeit einer amnesty Gruppe sprechen.

Am 28. Mai 1961 veröffentlichte der britische Rechtsanwalt „Peter Benenson“ in den bedeutendsten europäischen Zeitungen einen Aufruf zum engagiertem Eintreten für die Menschenrechte.

Mit diesem Aufruf begann die Geschichte amnesty internationals. Innerhalb einer Woche erhielt Benenson mehr als tausend Unterstützungsangebote, in denen die Bereitschaft kundgetan wurde, Informationen zu sammeln und zu veröffentlichen sowie an Regierungen heranzutreten. Es blieb nicht bei der damaligen Bürgerbewegung. Inzwischen gibt es 4200 ai-Gruppen in 70 Ländern mit über 1,2 Mill. Mitgliedern. Allein die deutsche Sektion betreute im März 1991 in den alten Bundesländern 584 Gruppen und 17 Gruppen in den neuen Bundesländern mit insgesamt 11578 Mitgliedern und 14255 Förderer. Die Arbeit amnesty internationals konzentriert sich auf:

  • die Abschaffung der Todesstrafe
  • die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen
  • und die Schaffung fairer Gerichtsverfahren.

Dabei beruft sich die Organisation auf die Artikel 3, 5 und 9 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Sie unterhält formelle Beziehungen zu den Vereinten Nationen, der UNESCO, dem Europarat, der Organisation für Afrikanische Einheit und der Organisation amerikanischer Staaten.

Amnesty ist eine unparteiische, politisch neutrale und demokratische Organisation. Ihr geht es einzig und allein um den Schutz der im jeweiligen Fall gefährdeten oder verletzten Menschenrechte, unabhängig von der ideologischen Ausrichtung der betreffenden Regierung oder der Überzeugung der Opfer. Sie ist weder eine Organisation, die sich mit der Reform des Strafrechts und Strafvollzugs auseinandersetzt, noch will sie den Bemühungen anderer Organe, die sich mit der Aufsicht über Haftanstalten spezifischer befassen, nacheifern. Im Zuge ihrer regulären Gefangenenarbeit sieht sie sich jedoch häufig zu der Forderung veranlasst, daß Gefangene unter angemessenen Bedingungen festgehalten werden, wie sie in den Mindestgrundsätzen der Vereinten Nationen für die Behandlung von Gefangenen ausgeführt sind. Die Tatsache, daß sich amnesty auf dem Gebiet der Menschenrechte auf ein bestimmtes Aufgabenfeld konzentriert, bedeutet nicht, daß die Rechte, mit denen sie sich nicht befaßt, weniger wichtig sind. Amnesty ist überzeugt von der Unteilbarkeit und der gegenseitigen Abhängigkeit aller Menschenrechte. Die Bewegung konzentriert sich auf ein von ihr abgestecktes Arbeitsgebiet, um so effektiv wie möglich zu sein und ihre begrenzten Mittel mit dem größtmöglichen Nutzen einzusetzen.

Wie arbeitet nun diese Organisation?

Die Hauptzentrale ist London. Dort befindet sich das internationale Sekretariat. Ihm sind die Sektionen der einzelnen Länder untergeordnet. Die Sektionen selbst bestehen aus verschiedenen ai-Gruppen. Die Gruppenarbeit ist sehr vielfältig. So gibt es jene die sich mit speziellen Gebieten oder Menschengruppen beschäftigen, wie zum Beispiel China, Brasilien oder Südafrika und andere die sich auf die Betreuung von Asylbewerbern spezialisiert haben. Das Hauptgebiet liegt jedoch in der Öffentlichkeitsarbeit.

Hier werden Unterschriften zu Petitionen gesammelt, Flugblätter verteilt, Informationsstände und -veranstaltungen durchgeführt sowie Filmabende, Podiumsdiskussionen und öffentliche Briefaktionen organisiert. In dem Zusammenhang sei an die zahlreichen Aktionen im Zusammenwirken mit der Friedensbewegung während des Golfkrieges erinnert. In dieser Zeit wurden in vielen Städten Mahnwachen errichtet, Protestbriefe an das Verteidigungsministerium geschrieben, Petitionen verfasst um den geplanten Einsatz deutscher Truppen zu verhindern und verschiedene Friedenscamps organisiert.

Ein weiteres großes Aktionsgebiet sind die URGENT Action. Hier werden von der Londoner Zentrale Flugblätter zu ganz speziellen Fällen herausgegeben. Auf diesen Blättern findet man dann genaue Informationen zur Person und den Aufruf sich mit Briefen oder Telegrammen für die Freilassung oder Begnadigung einzusetzen. Weiterhin sind vermerkt die anzuschreibenden Adressen, die Art der zu verwendenden Sprache sowie der letztmögliche Absendetermin. Gleichzeitig nimmt Amnesty diplomatische Beziehungen zu den entsprechenden Stellen auf. Die Erfolgsquote bei dieser Art der Hilfe liegt etwa bei 30% und ist damit sehr wirkungsvoll.

Die Arbeit in der Gruppe erfordert viel Initiative und Einfühlungsvermögen, aber auch Geld. So müssen Mieten für Büroräume, Materialkosten, Fahrtkosten und Verpflegung bei gemeinsamen Treffen wie auch der nicht unerhebliche Gruppenbeitrag an die Organisation von den Gruppen selbst getragen werden. Hier ist amnesty auf ihre Spender und Förderer angewiesen. In den alten Bundesländern ist dies eine recht gute Finanzquelle welche in den neuen Bundesländern kaum vorhanden ist. So müssen diese Gruppen ihre Finanzen durch Basare, Straßenaktionen, Spendenaufrufe und Materialverkäufe gewinnen.

Alle Spendengelder muß die betreffende Gruppe sofort an die deutsche Sektion in Bonn überweisen. Hiervon werden Anwälte, Medikamente, Schulgeld, Nahrungsmittel, Miete, Gefängnissbesuche, Decken und ähnliche Hilfsgüter bezahlt.

Sachspenden werden bei Materialverkäufen angeboten. Von ihrem Erlös muß eine Mehrwertsteuer an das Finanzamt abgeführt werden. Für alle Spenden wird eine Quittung ausgeschrieben. die der Spender beim Steuerausgleich geltend machen kann. Außerdem kann auch der Spendenempfänger eingetragen werden. Ist dies jedoch nicht der Fall wird die Spende bei den jeweils aktuellen Fällen eingesetzt. 

Zum Abschluß möchte ich noch die nächste Kontaktadresse amnesty internationals bekanntgeben:
Roger Dietze – Leipzig …