eBook Reader – Kriterien beim Kauf

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Motivation

Schon lange suche ich nach einem Lesegerät für Bücher, im heutigen Sprachgebrauch einen eBook Reader. Bereits in den 90er’n als Bertelsmann das BEE Book herausbrachte. Mit ihm konnte man sich durch das per CD gelieferte Bertelsmann Lexikon über eine Art Taschenrechnerdisplay hindurch „lesen“. Mit der großen Kindle Kampagne in Deutschland dachte ich die Zeit wäre möglicherweise reif nun ein brauchbares Gerät zu bekommen. Inzwischen habe ich mehrere Geräte, daruntern aus gutem Grund keinen Kindle, und habe doch nichts brauchbares gefunden.

Leitfaden zur Kaufentscheidung

Irgendwie scheint der Markt seit mehr als 20 Jahren einfach nicht in der Lage zu sein ein Gerät mit exakt einer Funktion (Lesbares Darstellen von Buchinhalten) für den Kunden bereitstellen zu können. Oder meine Ansprüche sind zu hoch 😦 Da ich nicht alle Geräte am Markt kaufen möchte um sie hinterher in meinem Blog zu zerreissen habe ich mich schweren Herzens entschieden hier nur eine Liste mit Kriterien für den Kaufzuveröffentlichen.

  1. Formate, die der Reader lesen kann (pdf, epub, azw3, …) Es gibt welche mit DRM und welche ohne – auch PDFs gibt esmitDRM.
  2. Display leuchtend oder nicht leuchtend. Viele Leute empfinden scheinbar nichtleuchtende Display’s als angenehmer. Diese eignen sich aber nur im Tageslichtbereich. Die Displays laufen in der Regel unter dem Namen Ink und eignen sich bislang nur für schwarz/weiß Bücher. Möglicherweise gibt es teure ExemplaremitFarbdisplay.
  3. Farbe oder Schwarz/Weiß – wer Farbe braucht um Präsentationen von Arbeit auf dem Heimweg zu lesen der wird wohl meist leuchtende Display’snutzenmüssen.
  4. Schriftgröße und Anzeige Modi: In der Regel lässt sich die Schriftgröße ändern. Zusätzlich gibt es meist noch Anzeigemodi wie „Original“, „Fliessend“ etc.
    Um diesen Punkt bewerten zu können sollte man sich das Gerät direkt anschauen. Bei meinem Erstgerät gab es Einstellungen die keine „Mind Maps“ anzeigen konnten bzw. nur als chaotisch verstreuten Text – hier half nur der Blick ins PrintExemplar weiter um zu erkennen das eine Mind Map vorlag. Dann in Modus Original lies sie sich lesen. Auch hatte ich schon ein Gerät bei dem ich einen Modi einstellen konnte bei dem alles schön lesbar war aber die Zeile nicht umgebrochen wurde. So musste ich in der Hälfte der Zeile weiter scrollen – das wiederum war so langsam das ich den ersten Teil des Satzes beimLesenvergas.
  5. Probexemplare prüfen: Viele Anbieter stellen mit dem Kauf des Gerätes auch Probeexemplare zum Lesen bereit. Mein aktueller Kompromiss lässt beim Durchblättern Seiten einfach aus. Das heißt nach 4 kommt 7 und so. An die Seiten dazwischen komme ich auch nicht anders heran 😦 Und ich weiß sie sind nicht alle leer, denn ich habe mir das Paperbackdazugekauft.
  6. Bedienelemente: Ich mag es nicht wenn sich die Elemente auf dem Display befinden (per Touchscreen) weil sie dort Platz wegnehmen. Das muss jeder selbst entscheiden, genau wie auch alleanderenPunkte.
  7. Touchscreen oder nicht: Ich weiß nicht ob es heute noch Exemplare ohne Touchscreen gibt? Jedenfalls gefällt mir ein Touchscreen wenn ich damit stufenlos auf einer Seite in alle Richtungen scrollen oderzoomenkann.
  8. Notizen/Lesezeichen: Für mich ein Muss – bei manchen Geräten ein Krampf da erst über 3 Klicks imMenümöglich.
  9. Bücherwechsel: Man wird beim Lesen eines Romans unterbrochen und möchte schnell in einem Handbuch etwas nachschauen. Nach der Rückkehr will man natürlich auf der Seite weiterlesen auf der man sich befand – auch das sollte man imLadenausprobieren.
  10. AdobeID: Bei geschützten Büchern wird man sich registrieren müssen. Ich musste mich beim Verlag (der meinen ersten Reader verkaufte) registrieren, dann bei Adobe. Nach Readerwechsel musste ich mich beim nächsten Verlag registrieren, dann noch bei einer Drittfirma und bei Adobe war ich ja schon 🙂 Da ich aus Unwissenheit beim 2. Kauf eine andere AdobeID bekam (die erste war vom Verlag bereits auf dem Gerät) – lies sich das erste Buch nur auf meinem Erstgerät lesen und später nicht mehr transferieren. War aber nicht so schlimm, der erste Kauf war einTestkauf:)
  11. Verleihen: Ein eBook an einen Freund verleihen so problemlos wie ein Buch – eine Funktion die ich mir wünsche aber nichtgefundenhabe.
  12. WLAN: Hat mein Gerät nicht, wäre aber eigentlich ganz praktisch wenn man seine Bücher nicht alle über den PC per USB und Calibre auf den Reader transferieren will. Dadurch das ich einen Reader ohne WLAN habe gehen immer 2 Kopien futsch. Einmal muss ich meinem PC als Gerät autorisieren und dann noch den Reader. Somit sinkt der Counter gleich um 2. Meine Empfehlung mitWLANkaufen.
  13. Ruhemodus: Die meisten Geräte schalten nach einer Weile in den Ruhemodus. Diese Zeit sollte zumindest bei leuchtenden Displays einstellbar sein. Für Ink Geräte ist der Punkt vermutlich nichtsorelevant.
  14. MP3: Viele Geräte können auch MP3s wiedergeben. Auf den ersten Blick sinnfrei denn wenn ich lese, höre ich keine Musik. Ergibt aber durchaus Sinn für Hörbücher und für Lesepausen oder fürs Kind als MP3 Player aufderZugfahrt.
  15. Zoom: Ich habe kein Gerät was es kann aber ich würde mir einen stufenlosen Zoom wünschen, am bestenperGesture.

Meine Entscheidungen zur Information

  • Ich habe keinen Kindle gekauft, weil ich mich über das Format an einen einzigen Anbieter ketten würde. Weiterhin sind mir die diversen Eingriffe Amazon’s in den privaten Buchbestand der Nutzer ein Dorn im Auge. Amazon vertritt die Meinung, dass der Nutzer nicht das Buch sondern nur eine Lizenz zum Lesen gekauft hat und eine solche kann jederzeit wieder entzogen werden. So geschehen mit dem Buch 1984 von Orwell (ehemals über Amazon vertrieben) – es stellte sich heraus, dass Amazon nicht die Rechte zum Verkauf besas, also löschte Amazon das Buch weltweit von den Kindles. Weitere Beispiele hier: Der Fall Linn
  • Mein Erstgerät war ein Oyo – kauft es nicht! Vielleicht sind die Nachfolger heute besser aber das war ein Griff in die“Schatzkiste“:(
  • Mein zweites Gerät ist ein Odys geworden – für mich reicht es, die fehlenden/ausgelassenen Seiten versuche ich im Netzzufinden.

Fazit

Heute am 19.04.2014 bin ich endlich zu dem Entschluss gekommen, dass es völlig unsinnig ist einen eBook Reader zu kaufen. Diese taugen einfach nicht und keiner der bislang getesteten erfüllt meine Anforderungen. Schlussendlich habe ich mich für ein sehr schnelle Android Tablet entschieden. Darauf habe ich dropbox und den aldiko Reader installiert  und bin vollkommen zufrieden. Bei aldiko habe ich die Pro Version genommen um auch Hervorhebungen und Notizen hinterlegen zu können (funktioniert aber nicht immer). Die eBook lege ich im Dropbox Verzeichnis ab und kann sie somit auch auf meinem Android Handy und mittels Calibre am PC lesen. Der Screen vom Tablet ist groß genug, kann sich nach allen Seiten drehen, bringt Farbe von Hause aus mit und die Schriftgröße lässt sich per Gesten stufenlos zoomen. Einzig Strom und Internet müssen immer verfügbar sein.

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One response to this post.

  1. Posted by dS on 3. Juli 2013 at 00:26

    Hey :),

    nette Abwägung bzw. Aufführung der Punkte. Vor allem lenkt es mich wenigstens von dem anderen Quark in meinem Kopf.
    Ich habe eine Zeit lang Comics und Manga digital gelesen. Da ich aber auf DRM nicht viel wert lege, hatte es vorher n Laptop und später ein Tablet getan.

    Bei Tablets mit eigenem System ist die Vielseitigkeit groß – es gibt oftmals Reader für sehr viele Formate. Mit Drittprogrammen kann man manchmal auch z.B. eigene JPEG-Sammlungen in PDFs/CBR umwandeln. Da ich mir außerdem es nicht nehmen lasse meine Online-Bücher so zu nutzen wie ich möchte, habe ich meist auch keine Probleme sie in ein für den Reader verwendbares Format zu bringen. Das dürfte natürlich bei jedem anders sein und auch der Aufwand ist mal größer mal kleiner.

    Vom Display her soll es ja jetzt schon bzw. demnächst ein mehrfarbiges E-Ink-Display geben. Der Vorteil bei nem E-Ink-Display ist, dass Strom nur zur Veränderung des Bildes benötigt wird. Lesen in Dunkelheit ist damit aber vermutlich nicht ganz so leicht wenn es nicht gerade eine Beleuchtung hat.

    Ob ein Touchscreen nötig ist, muss jeder selbst entscheiden. Ich finde, dass man fürs Blättern bzw. Aufrufen von Büchern einen Bildschirm nicht wirklich braucht.

    Das, was beim Kindle passiert ist, kann – eigentlich – nur passieren wenn das Gerät selbst (oder die Synchronisationssoftware) Internetkontakt hat. Allerdings kann es theoretisch bei jedem Gerät passieren, sodass die Gefahr immer gegeben ist. Bei Audio-CDs kann man diese meist selbst auslesen und sich als Backup zur Seite legen – das kann man auch für ebooks. Allerdings weiß ich nicht, inwiefern dies mit unserem verdrehten, verkorksten und Industrie-freundlichen Rechtssystem vereinbar ist.

    MP3-Player braucht man je nachdem, ob man beim Lesen Musik hört oder ob jemand anderes vom gleichen Gerät parallel Musikhören will (allerdings hat er dann keine Einstellungsmöglichkeiten ohne den Leser zur stören). Akzeptable MP3-Player mit 4GB Speicher kosten allerdings mittlerweile so wenig, dass es sich meiner Meinung nach nicht lohnt dieses Feature auf die Liste dessen zu setzen, was ein eBook Reader können muss.

    Grüße,
    IT.

    Antwort

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